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Schwangerschaftsdiabetes und seine Folgen

03.08.2010
Frühere Studien haben gezeigt, dass 61 Prozent aller Frauen mit einem Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes innerhalb der nächsten drei Jahre nach Entbindung eines Kindes einen Typ-2-Diabetes entwickeln.

Um einen möglichen Ausbruch der Erkrankung zu verhindern oder zu verzögern, widmen sich seit 2008 Wissenschaftler und Ärzte der Forschergruppe Diabetes der Technische Universität München der Interventionsstudie PINGUIN (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie).

Die PINGUIN-Studie sucht noch Teilnehmerinnen, um die Entwicklung von Typ-2-Diabetes nach einer Entbindung zu verhindern oder zu verzögern.

Dabei setzt die Studie auf dreierlei Maßnahmen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen sollen. Zum einen erhält jede Probandin eine ausführliche Ernährungsberatung. Dem schließt sich eine Bewegungsanleitung an, die die Frauen motivieren soll, sich mehr und richtig zu bewegen. Diese Maßnahmen allein können schon den Zuckerstoffwechsel günstig beeinflussen.

Die dritte Maßnahme besteht aus der täglichen Einnahme des Medikaments Vildagliptin/Placebo, welches sich bereits in der Behandlung von Typ-2-Diabetes erfolgreich etabliert hat. Zudem gibt es Hinweise, dass die regelmäßige Einnahme von Vildagliptin dazu führt, dass sich die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse wieder erholen. So scheint das Medikament auch einen vorbeugenden oder sogar anhaltenden Effekt zu haben, der durch die zeitlich begrenzte Einnahme, das Risiko an Typ-2-Diabetes oder einem erneuten Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, senken könnte.

Die bisherigen Teilnehmerinnen vertragen das Medikament gut. Während der Studienzeit von über zweieinhalb Jahren hat bislang noch keine Probandin einen Diabetes entwickelt.

Die teilnehmenden Frauen profitieren außerdem von einer intensiven Betreuung und regelmäßigen Blutuntersuchungen während der gesamten Studiendauer. Dadurch lässt sich eine mögliche Entwicklung von Typ-2-Diabetes oder anderen Erkrankungen des metabolischen Syndroms in der Regel bereits sehr früh erkennen und behandeln.

Teilnehmen können Frauen, die

• während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin behandelten Schwangerschaftsdiabetes hatten,
• bereits abgestillt haben und die Entbindung nicht länger als neun Monate zurückliegt und

• mindestens 18 Jahre alt sind.

Interesse geweckt? Dann wenden Sie sich für ausführliche Informationen bitte an die

Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München
Leitung Prof. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon: 089/ 3068 2917
E-Mail: pinguin@lrz.uni-muenchen.de
PINGUIN-Studie im Internet:
http://www.pinguin-studie.de
Pressekontakt:
Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon +49 (89) 3187 2547 (Christine Huber) oder -3157 (Cordula Falk)
Telefax +49 (89) 3081 733
E-Mail christine.huber@lrz.uni-muenchen.de oder
cordula.falk@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.pinguin-studie.de
http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net

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