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Schon antike Peruaner litten an Stress

15.12.2009
Haare verraten Belastungen in reiferen Jahren

Jüngsten Studien zufolge leidet jeder dritte US-Bürger an Stress, Tendenz ist weiter steigend. Doch Stress ist kein neues Phänomen, sondern - wie nun Forscher der University of Western Ontario im Journal of Archaeological Science berichten - schon mindestens 1.000 Jahre alt. Cortisol-Spuren in den Haaren von Peruanern, die zwischen 550 und 1532 gelebt haben, machen das deutlich.

Wenn Menschen unter Stress stehen - egal aus welchen Gründen - wird das Hormon Cortisol in fast jedem Teil des Körpers inklusive Blut, Speichel, Urin und Haar ausgeschüttet. "Die Untersuchungen sind deshalb wichtig, weil uns das einen Einblick ins tägliche Leben der Antike bietet und zudem dafür sorgt, dass wir Stress besser verstehen und lernen damit umzugehen", so Studienautorin Emily Webb.

Stressfreies Leben als Fiktion

"Ein total stressfreies Leben kann es eigentlich nicht geben", meint der Psychologe Boris Zalokar im pressetext-Interview. Stress sei primär auf der individuellen Bewertungsebene zu Hause. "Die wesentliche Frage ist die des Umgangs mit diesem Stress", so der Experte. "Wenn man Stress hat, geht man nicht gleich unter. Der Körper könne einige Zeit unter diesem Stress, der die Ausschüttung solcher Botenstoffe bewirkt, leben."

Problematisch werde es allerdings dann, wenn es keine Ruhe und Regenerierungsphasen gibt. "Sieht man sich mit schwerwiegenden Aufgaben konfrontiert, die mit eigenen und fremden Ressourcen nicht lösbar sind, hat das sicherlich Folgewirkungen", so Zalokar. "Typische Erscheinungen sind etwa Magengeschwüre, Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Erschöpfungszustände, Angst oder Depressionen."

Moderne Technologien erzählen Geschichten

"Mit Hilfe von traditionellen archäologischen Methoden, aber auch der Auswertungen von Haaren, können wir ein umfassendes Bild des traditionellen Lebens gewinnen", so die Forscherin. Das ermögliche auch Einblicke, wie Menschen in der Vergangenheit mit lebensverändernden Umständen wie etwa Krankheiten umgegangen sind.

Die Analyse der Cortisol-Werte in den Haaren erlaubte den Forschern zum Beispiel die Feststellung, dass der Stress vor dem Todeszeitpunkt besonders hoch war. Zudem konnten die Forscher generell eine Erhöhung von Stress in den letzten Lebensjahren bei allen untersuchten Haarproben ausmachen. Damit sei bewiesen, dass unter den Peruanern in der Antike Stress ähnlich zum täglichen Leben gehört wie heutzutage.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uwo.ca
http://www.wellworking.com

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