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Rückschlag: GM-CSF hilft Frühgeborenen doch nicht

16.01.2009
Wirksamkeit bei Erwachsenen und Frühchen nicht gleich

Ein Behandlungsansatz, der die Chancen von Frühgeborenen zur Abwehr von Infektionen erhöhen sollte, bringt eigentlich keine Vorteile.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Guy's and St Thomas' Hospital NHS Trust gekommen. Den Kindern wird ein Protein verabreicht, dass das Wachstum weißer Blutkörperchen anregen und das Immunsystem verbessern soll. Die Forschungsergebnisse von 280 Kindern, die in der 31. Schwangerschaftswoche oder früher geboren wurden, ergaben jedoch, dass dadurch Blutvergiftungen nicht verhindert werden konnten. Blutvergiftungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Frühchen. Die Ergebnisse der in The Lancet veröffentlichten Studie kamen für die Experten unerwartet.

Frühgeborene sind besonders anfällig für Infektionen. Überlebende Kinder können aufgrund der Schädigung des Gehirns unter einer verlangsamten Entwicklung und neurologischen Problemen leiden. Jene, die für ihr Alter ein geringer als normales Geburtsgewicht haben, sind besonders anfällig für eine geringe Anzahl weißer Blutkörperchen, eine Neutropenie.

Sie erhöht das Risiko einer Infektion laut BBC noch weiter. Spezialisten haben in den letzten Jahren immer mehr auf den Einsatz des Granulozyten-Monozyten-Kolonie-stimulierenden Faktors (GM-CSF) gesetzt. Sie hofften, so die Anzahl der weißen Blutkörperchen zu erhöhen und damit eine Infektion zu verhindern.

GM-CSF hat sich bereits bei Krebspatienten als wirksam erwiesen, deren Immunsystem durch die Chemotherapie geschädigt war. Die Tests mit den Frühgeborenen in 26 Einrichtungen in England und Wales ergab jedoch keine signifikanten Unterschiede bei der Anzahl der Todesfälle durch Blutvergiftung zwischen Kindern die GM-CSF und jenen, die die Standardbehandlung erhalten hatten. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöhte sich nach der Behandlung so wie erwartet.

Der leitende Wissenschaftler Robert Carr erklärte, kleinere Studien seien viel versprechend gewesen. Daher war das Team in Hinblick auf die Ergebnisse extrem optimistisch. Es habe sich jedoch gezeigt, dass Behandlungsansätze, die bei Erwachsenen wirksam sind, bei Frühgeborenen nicht unbedingt helfen müssen. Der Großteil der bei diesen Kindern eingesetzten Medikamente wurde für diese Altersgruppe nicht gesondert untersucht.

Eines der Probleme bestehe darin, dass die Pharmaunternehmen deutlich weniger Interesse zeigten, derartige Studien finanziell zu unterstützen. Dass das Ansteigen weißer Blutkörperchen die Überlebenschancen nicht verbesserte, zeigte, dass das Immunsystem von Frühgeborenen sehr komplex sei und die Behandlung nur auf einen Bereich abziele.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.guysandstthomas.nhs.uk

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