Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Riesenchance automatisiertes Fahren

02.12.2015

Studie ermittelt Potenziale des hochautomatisierten Fahrens für Deutschland

Laut einer Studie, die das Fraunhofer IAO mit weiteren Partnern im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgeführt hat, wird hochautomatisiertes Fahren bereits vor 2020 technische Reife erlangen. Für das Jahr 2025 erwarten die Autoren eine Wertschöpfung am Standort Deutschland in Höhe von 8,8 Milliarden Euro. Die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Ausbau der Infrastruktur stellen große Herausforderungen dar.

Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen wird bis 2020 technisch möglich sein und bietet große Chancen für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland.

Das sind die zentralen Ergebnisse des Gutachtens »Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen – Industriepolitische Schlussfolgerungen«, die das Fraunhofer IAO gemeinsam dem Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS, der Unternehmensberatung mm1 sowie dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) im Auftrag des BMWi im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt hat.

Erhebliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale

Das Gutachten zeigt, dass die Einführung hochautomatisierter Fahrfunktionen auf Autobahnen spätestens bis 2020 technisch möglich ist. Fahrerlose Fahrzeuge sind hingegen auf öffentlichen Straßen erst weit nach 2020 zu erwarten.

Wenn die heutigen Markt- und Standortanteile deutscher Fahrzeughersteller und Zulieferer gehalten werden können, sagen die Gutachter eine Wertschöpfung von knapp 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 sowie von rund 8,8 Milliarden Euro 2025 voraus. Das entspricht dem 16-fachen der heutigen Wertschöpfung von etwa 546 Millionen Euro.

Dies würde ca. 120 000 Arbeitsplätze induzieren. Etwa die Hälfte der Wertschöpfung und Beschäftigung wird auf den Bereich Software (Entwicklung von Funktionen und Algorithmen, Validierung, Datenanalysen) entfallen. Zudem gehen mit dem hochautomatisierten Fahren große Potenziale für das Verkehrssystem und die Reduzierung der externen Kosten des Straßenverkehrs einher.

Deutschland in sehr guter Ausgangsposition – Massiver Wettbewerbsdruck erwartet

Nach den Ergebnissen des Gutachtens ist die deutsche Automobilindustrie derzeit weltweiter Leitanbieter bei Fahrerassistenzsystemen und damit verbundener Technologien. Aufgrund der hohen Marktanteile im Bereich von Premium- und Oberklassefahrzeugen werden deutsche Hersteller zunächst auch bei hochautomatisierten Fahrzeugen Leitanbieter sein.

   Die hohe Anzahl an einschlägigen Patenten und Publikationen aus Deutschland sprechen zudem für die Innovationskraft des Standorts. Andererseits wird aufgrund von neuen Wettbewerbern und der industriepolitischen Aktivität in den Wettbewerbsländern ein massiver Konkurrenzdruck für den Automobilstandort Deutschland erwartet.

Koordiniertes Vorgehen von Industrie und Politik notwendig

Hürden auf dem Weg zum Regelbetrieb hochautomatisierter Fahrzeuge stellen laut der Studie vor allem die rechtlichen Fragen dar. Die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen gehört zu den drängenden Herausforderungen auf dem Weg zur Marktreife des hochautomatisierten Fahrens. Darüber hinaus ist es elementar, die Funktionssicherheit auch höherer Automatisierungsgrade zu erproben und die wesentlichen technischen Entwicklungsherausforderungen zügig anzugehen. Zu diesen Fragestellungen unterbreitet das Gutachten konkrete Handlungsempfehlungen.

Das Gutachten steht kostenlos zum Download unter http://s.fhg.de/8y4 bereit.

Kontakt:

Andrej Cacilo
Mobility Innovation
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon: +49 711 970-2307
E-Mail: andrej.cacilo@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/presse-und-medien/1671-riesencha...
http://s.fhg.de/8y4

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik