Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rauchen am Morgen erhöht Krebsrisiko deutlich

09.08.2011
Mit erster Zigarette sollte mindestens eine Stunde gewartet werden

Menschen, die gleich nach dem Aufstehen rauchen, erkranken eher an Krebs als jene, die erst später zur Zigarette greifen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Penn State College of Medicine, für die Daten von 7.610 Rauchern ausgewertet wurden. Diese Ergebnisse sind unabhängig von anderen Rauchgewohnheiten während des Tages zu sehen, schreibt das Fachmagazin Cancer.

Warten zahlt sich aus

Die Ergebnisse der Erhebung sind alarmierend. Rauchen in den ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen verdoppelte fast das bereits hohe Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Experten wie Robert West von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org halten es für denkbar, dass gleich nach dem Aufstehen mehr Rauch in die Lungen gelangt, berichtet die BBC.

Das Team um Joshua Muscar analysierte die Daten von 4.776 Rauchern mit und von 2.835 Rauchern ohne Lungenkrebs. Es zeigte sich, dass Patienten, die in den ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen rauchten, um 79 Prozent eher an Krebs erkrankt waren als jene, die damit wenigstens eine Stunde warteten. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, als andere Faktoren wie die Anzahl der an einem Tag gerauchten Zigaretten berücksichtigt wurden.

Mehr Giftstoffe gelangen in Lungen

Eine weitere Studie in der gleichen Ausgabe von Cancer kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Ausgewertet wurden die Krankenunterlagen von 1.850 Rauchern. 1.055 litten an Krebserkrankungen des Kopfes und Nackens. Jene, die in der ersten halben Stunde nach dem Aufstehen rauchten, verfügten über ein um 59 Prozent höheres Tumorrisiko als jene, die wenigstens eine Stunde damit warteten. Die Autoren der Studie räumen jedoch ein, dass es derzeit keine schlüssige Erklärung für diesen Zusammenhang gibt.

Muscar hält es für denkbar, dass diese Raucher mehr Nikotin und andere Giftstoffe im Körper haben. Sie dürften abhängiger sein als jene, die darauf in der Früh mehr als eine halbe Stunde verzichten können. West argumentiert, dass jene, die sofort nach dem Aufstehen rauchen dazu neigen, intensiver zu rauchen. Damit gelange dann auch mehr Rauch in die Lunge und so auch mehr krebserregende Chemikalien. Diese Forschungsergebnisse könnten laut dem Wissenschaftler aussagkräftiger sein als zum Beispiel nur die Anzahl der Zigaretten, die an einem Tag geraucht wird.

Link zum Cancer-Bericht:
http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/(ISSN)1097-0142

Florian Fügemann | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://med.psu.edu/web/college

Weitere Berichte zu: Aufstehen Cancer Giftstoff Krebsrisiko Lunge Lungenkrebs Raucher Zigarette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie