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"Die brasilianische Dekade": Wie brasilianische Unternehmen zur Weltspitze vorrücken können

29.10.2010
Roland Berger Studie

- Geplantes Investitionsvolumen im Energiesektor 1.095 Mrd. US-Dollar (1.960 Mrd. Brasilianische Reales) zwischen 2010 und 2030

- Um sich einen Stammplatz in der Weltliga zu sichern, muss Brasilien verstärkt in Innovationen investieren

- Mögliche Gefahren: Unzureichende Ersparnisse, Leistungsbilanzdefizit und mangelnde Innovationstätigkeit

Brasilien wird 2010 als einziger BRIC-Staat stärker wachsen als vor der Krise. In seiner jüngsten Prognose geht der Internationale Währungsfond IWF für dieses Jahr von einem BIP-Wachstum von 7,1 Prozent aus. Abgesehen von einigen Schwachpunkten sind brasilianische Unternehmen optimal aufgestellt, um in die Weltspitze vorzurücken, sofern sie geeignete Strategien zur Förderung von Innovation und Wachstum einsetzen. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants mit dem Titel "The Brazilian decade - Time to act in a unique situation".

"Brasilianische Unternehmen sind optimal aufgestellt, um zur Weltspitze aufzuschließen", sagt Roland Berger Partner Rodrigo Dantas. "Während die meisten Länder noch tief in der Krise stecken, befindet sich Brasiliens Wirtschaft bereits wieder auf Wachstumskurs." 2010 wird Brasilien als einziger BRIC-Staat stärker wachsen als vor der Krise. In seiner jüngsten Prognose geht der IWF für dieses Jahr von einem BIP-Wachstum von 7,1 Prozent aus. Auch der nationale Aktienindex Bovespa befindet sich wieder in der Nähe seines Allzeithochs.

Brasilien bietet immense Chancen

Bereits jetzt ist Brasilien ein wirtschaftliches Schwergewicht. So ist das südamerikanische Land beispielsweise weltweit führender Exporteur von Zucker, Ethanol, Soja und Rindfleisch. Das Potenzial Brasiliens basiert auf seinen einzigartigen Stärken und immensen Chancen. Zu den Vorteilen des Landes zählen unter anderem die junge, dynamische Bevölkerung, die serviceorientierte Haltung, teilweise noch nicht erschlossene Offshore-Ölfelder in Küstennähe, die weltweit größten Onshore-Ölvorkommen und die größten Regenwälder der Erde.

Zudem sitzen die führenden Technologieunternehmen im Bereich Ethanol-Motoren und Offshore-Ölförderung in Brasilien, während die Nachfrage nach Ethanol und Ethanoltechnologien wächst. Außerdem profitiert das Land von seiner stabilen Innen- und Außenpolitik und der konservativen Bankenregulierung, die einen Kollaps des Finanzsystems verhindert hat. Überdies zeichnet Brasilien sich durch seinen gigantischen Binnenmarkt und die wachsende Mittelklasse aus, deren Kaufkraft unaufhaltsam steigt.

Brasilien investiert massiv in seine Zukunft: Zwischen 2010 und 2030 sind Investitionen im Volumen von 1.960 Mrd. BRL (rund 1.095 Mrd. USD) im Energiesektor geplant. Für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 sollen planmäßig weitere 97 Mrd. BRL investiert werden. Hinzu kommen weitere Investitionen in Höhe von 35 Mrd. BRL in das Transportwesen, beispielsweise den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn.

Hindernisse für Unternehmen

Von außen betrachtet geben einige Bereiche jedoch Anlass zur Sorge. Einer Umfrage zufolge bereiten den Unternehmen vor allem die Steuervorschriften (19,3%), Steuersätze (17,7%) und die restriktiven Arbeitsgesetze (12,9%) Probleme, gefolgt von einer ineffizienten Bürokratie (11,3%) und Korruption (7,0%). Zudem sind die Innovationsausgaben zu gering. Während Japan 3,4% seines BIP für Innovationen aufwendet, sind es in Brasilien nur 0,82%.

Brasilien muss in Innovationen investieren

"Die geringen Investitionen Brasiliens in Forschung und Entwicklung erklärt den geringen Anteil von Produkten mit hohem Wertschöpfungsanteil", sagt Dantas. Das bedeutet, dass die Exporteinnahmen stark von den Preisen an den Rohstoffmärkten abhängen. "Deshalb muss Brasilien dringend in Innovationen investieren, um seiner Volkswirtschaft einen Stammplatz in der Weltliga zu sichern." Um die Innovationen anzukurbeln bedarf es gemeinsamer öffentlicher und privater Anstrengungen. Beispielsweise muss die Regierung die Schaffung von Technologieclustern und Netzwerken fördern - auch zwischen Hochschulen und Unternehmen. Für Unternehmen gibt es andere wichtige Innovationstreiber: "Der CEO muss die Position des Innovations-Champion einnehmen", so Dantas.

"Unternehmen müssen eine Innovationskultur pflegen und durch Wissensaustausch mehr Innovationspartner einbeziehen." Darüber hinaus muss Brasilien strukturelle Schwächen überwinden und vorhandene Chancen nutzen. Das Land verfügt nur über unzureichende Ersparnisse (2009 nur 14,6% des BIP) und eine negative Haushaltsbilanz (geschätztes Defizit 49 Mrd. USD 2010 und 60 Mrd. USD 2011).

Unternehmen profitieren von optimaler Positionierung

Dennoch profitieren brasilianische Unternehmen von ihrer optimalen Positionierung. Dantas: "Um in die Weltspitze vorzurücken, muss Brasilien jetzt handeln, so lange die internationalen Wettbewerber noch eifrig mit Kostensenkungen beschäftigt sind. Daher sollten sich Brasiliens Unternehmen darauf konzentrieren, profitables Wachstum zu schaffen, ihre Unternehmensstrategie an das veränderliche Umfeld anzupassen, und Innovationen und Investitionen in neue Geschäftsmodelle voran zu treiben." Außerdem sollten Unternehmen sich auf internationaler Ebene konsolidieren, den Zugang zu den Kapitalmärkten sichern und die Rolle des Hauptsitzes überdenken. "Trotz einiger Schwachstellen sind die Zukunftsaussichten für Brasilien wegen seines Unternehmergeistes und Muts hervorragend."

Die Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter:
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Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.000 Mitarbeiter haben im Jahr 2009 einen Honorarumsatz von 616 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

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