Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plötzlicher Herztod: Tageszeit spielt wichtige Rolle

23.02.2012
Erste Forschungen an Mäusen - Risiko am frühen Morgen am höchsten

Wie die Tageszeit das Risiko eines plötzlichen Herztodes erhöhen kann, haben Wissenschaftler der Case Western Reserve University School of Medicine untersucht. Das Risiko ist laut dem Team um Darwin Jeyaraj in der Früh am höchsten und steigt dann am Abend wieder an.

Die in Nature http://nature.com veröffentlichten Studienergebnisse legen nahe, dass die sich die Werte eines Proteins, das den Herzrhythmus kontrolliert, während des Tages verändern. In England sterben jährlich 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod.

Protein Klf15 entscheidend

Die Forscher identifizierten das Protein Klf15, das von der inneren Uhr des Menschen kontrolliert wird und dessen Werte sich im Laufe des Tages immer wieder verändern. Das Protein beeinflusst die Ionenkanäle, die den Herzschlag kontrollieren. Gentechnisch veränderte Mäuse, die zu viel Klf15 produzieren und jene, die gar keines haben, verfügten über ein erhöhtes Risiko tödlicher Störungen des Herzrhythmus.

Laut Jeyaraj identifiziert die Studie die bisher unbekannten Mechanismen der elektrischen Instabilität des Herzens. Damit sind jahrelange Beobachtungen des im Tagesablauf unterschiedlichen Herzrisikos nun auch wissenschaftlich erklärt. Es gibt jedoch wichtige Unterschiede, wie das Herz von Menschen und Mäusen arbeitet. Es ist noch nicht klar, ob der gleiche Mechanismus auch beim Menschen zum Tragen kommt.

Studien am Menschen nötig

Mukesh Jain, einer der Mitautoren, erklärt, dass die Forscher hier noch am Anfang stehen. "Es könnte sein, dass weitere Studien - vorausgesetzt, dass diese Ergebnisse auch beim Menschen zutreffen - zu neuen Ansätzen in der Diagnose, Prognose und Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen führen."

Michael Hastings vom MRC Laboratory of Molecular Biology zufolge ist denkbar, dass langsam freigesetzte Blutdruckmedikamente in der risikoreichsten Zeit am Morgen wirksam werden. Die inneren Abläufe, die ein Körper während eines Tages absolviert, stellen eine Synchronität mit der Umwelt her. Ein Jetlag ist die Folge einer Störung dieses Gleichgewichts. Die Chemie des Körpers verändert sich während des Tages und das kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://casemed.case.edu
http://www.mrc-lmb.cam.ac.uk

Weitere Berichte zu: Herzrhythmus Herztod KLF15 Mäuse Protein Tageszeit plötzlicher Herztod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise