Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive

14.07.2017

Eine patientenindividuelle Therapie stellt den Schlüssel für einen maximalen Behandlungserfolg mit geringen Nebenwirkungen dar. Dieses Konzept hat sich bereits in der Krebstherapie vielfach bewährt. Neue Ansätze auf der Basis maßgeschneiderter 3D-Trägermaterialien lassen die Hoffnung keimen, das Konzept der patientenindividuellen, personalisierten Therapie auch in Bereichen wie der Orthopädie und Kardiologie umsetzen zu können. Eine Studie zeigt Potentiale in Thüringen auf.

Patienten sind individuell! So überrascht es nicht, daß unterschiedliche Patienten mit einer und derselben Krankheit unterschiedlich auf Therapien reagieren, abhängig von ihrem Alter, der physischen und genetischen Konstitution sowie dem Krankheitsverlauf.


Die 3D-Mikrostruktur (Schwarz-P) kann z.B. als Trägermaterial in der Regenerativen Medizin zur Knorpelregeneration bzw. auch als Biointerface für die Tumorforschung eingesetzt werden.

Quelle: iba


Tumorzellen auf 3D-Scaffold (links: Detail, Rasterelektronenmikroskopie, coloriert; rechts: Übersicht, Konfokalmikroskopie)

Quelle: iba

Insbesondere für Erkrankungen mit hochkomplexen Mechanismen und dementsprechend hochkomplexen Ansätzen wie der Krebstherapie stellt eine auf den Patienten abgestimmte Behandlung den Schlüssel für eine erfolgreiche Therapie mit möglichst geringen Nebenwirkungen und hoher Effizienz dar. Die richtige, personalisierte Auswahl an Therapeutika entsprechend der diagnostischen Daten ist DIE Herausforderung an die moderne Medizin.

Wird der klassische Tumoransatz der Personalisierten Medizin erweitert um individuelle Therapiekonzepte wie z.B. für den Bewegungsapparat und das Herz-Kreislaufsystem, die hinsichtlich der alternden Bevölkerung eine immens hohe Bedeutung erhalten, müssen neue Ansätze für die technische Umsetzung entwickelt werden.

Das Ziel ist es, maßgeschneiderte Behandlungen anbieten zu können, die einerseits dem Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität bieten und andererseits bezahlbar bleiben. Thüringer Forschungseinrichtungen und Firmen arbeiten dabei seit Langem an entsprechenden Lösungen sowohl für die Diagnose wie auch Therapie.

Im Rahmen einer Studie wurden Eckpunkte der weltweiten Entwicklungs- und marktstrategischen Ansätze für die individualmedizinische Diagnose und Therapie herausgearbeitet und im Kontext der Thüringer Kompetenzen bewertet.

Es zeigt sich ganz klar, daß Thüringer Institutionen insbesondere auf den Gebieten der immunologischen Schnelltests und der Biointerfaces in Zukunft eine starke Marktposition einnehmen können. Letztere stellen sowohl als Basiskonzept für die Diagnose wie auch in der Therapie als artifizielle Trägerstruktur in der Geweberegenerierung ein zentrales Element dar.

Als Beispiel können maßgeschneiderte 3D-Mikrostrukturen des iba Heiligenstadt dienen, die anhand eines Tools aus Polymeren auf Hydrogelbasis und laserbasierter Strukturierung durch Zweiphotonen-Polymerisation (2PP) Eigenschaften natürlicher Gewebematrices aufweisen und mittels Oberflächenbeschichtungen auf Polyelektroyltbasis (PEM) mit bioaktiven Funktionen entsprechend den patientenindividueller Anforderungen ausgestattet sind (siehe Abbildungen).

Das Forschungsprojekt des Institutes für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V. "Entwicklungs- und marktstrategische Ansätze für die individualmedizinische Diagnose und Therapie in Thüringen (Personalisierte Medizin)“ wurde durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen der Förderung von Personal in Forschung und Entwicklung (Anschubfinanzierung von Kooperations- und Netzwerkbeziehungen) unter dem Kennzeichen 2014 KN 0078 gefördert.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Klaus Liefeith,
Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V.
38308 Heilbad Heiligenstadt
Telefon: 03606 / 671 500
E-Mail: klaus.liefeith@iba-heiligenstadt.de

Sebastian Kaufhold | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.iba-heiligenstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics