Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Personalabteilungen im Spagat zwischen Pflicht und Kür: Ist Outsourcing eine Lösung?

19.10.2012
Die Herausforderungen wachsen: Personalabteilungen sind bei der strategischen Ausrichtung der Unternehmen zu gefragten Partnern geworden. Parallel dazu bleibt das „Alltagsgeschäft“ erhalten. Bieten Auslagerungen von Prozessen an einen externen Anbieter Lösungen?
Dieser Frage ging das TDS Institut für Personalmanagement an der Hochschule Pforzheim in einer neuen Studie nach. Fragen nach der Organisation der Personalabteilung, dem Stand von Standardisierungen und des Outsourcings beantworteten knapp 200 Unternehmen. Die Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten präsentierte das Institut im Oktober 2012.

Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen kann auf Erfahrungen im Bereich Outsourcing verweisen. Während Aufgaben aus dem IT-Bereich häufiger an Dritte vergeben werden, greifen allerdings bisher nur 23 Prozent auf dieses Mittel bei Personalprozessen zurück. Tendenziell nutzen größere Unternehmen die Aufgabenverlagerung nach Außen häufiger.

Die Strukturen der Personalabteilungen seien nach wie vor eher klassisch organisiert, so Professor Dr. Stephan Fischer. Je nach Größe der Firma seien dem Personalleiter weitere Stellen zugeordnet. „In 82 Prozent der Unternehmen ist die Personalabteilung als interne Abteilung in die Firma eingebunden“, so der Leiter des TDS Instituts für Personalmanagement an der Hochschule Pforzheim, der zusammen mit Annegret Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die Studie erarbeitete.

„Die Bereitschaft ganze Personalprozesse auszulagern, ist so gut wie nicht vorhanden“, so Fischer. Allerdings wüchse die Bereitschaft, einzelne Bereiche aus-zugliedern. 43 Prozent der Unternehmen, die mit Outsourcing Erfahrungen haben, vergeben Lohn- und Gehaltsabrechnungen an Dritte. Auch bei der betrieblichen Altersversorgung griffe fast jedes vierte Unternehmen auf Outsourcing zurück. Vor dem Outsourcing standardisierten die Unternehmen vielfach ihre Prozesse, konstatierte der Pforzheimer Professor. „Viele Bereiche, die sich für eine Auslagerung eignen – IT, Personal, Rechnungsverkehr oder andere – werden vorab standardisiert“, so Fischer.

Die meisten Prozesse wurden in den vergangenen drei bis fünf Jahren an Dritte vergeben. „Der Trend ist leicht ansteigend“, erklärte der Wissenschaftler. Kosteneinsparungen im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnungen und eine administrative Entlastung seien die Hauptfaktoren. Im Bereich Seminarverwaltung, Bewerbermanager und Recruiting sehen viele Unternehmen noch ein großes Potenzial. „Die Bereitschaft, das Thema anzugehen, wächst“, bilanziert Stephan Fischer.

„Die Studie gibt Einblick in den Stand der Standardisierungsprozesse und lässt Trends für die Zukunft erkennen“, erklärte der Leiter des Hochschulinstituts. „Dabei werden komplette Lösungen eher abgelehnt.“ Angedacht seien in vielen Unternehmen Teilauslagerungen, denen auch Standardisierungsprozesse vorausgingen. „Flexibilität ist den Unternehmen allerdings wichtig.“ Daher rechnet der Pforzheimer Professor zwar mit einem Anstieg des Outsourcings und der vorangehenden Standardisierungen aber nicht damit, dass die Personalabteilungen komplett outgesourct werden.

Sabine Laartz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de/tds-institut.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie