Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Handel: Bessere Produktbeschreibungen sorgen für gute Bewertungen

11.10.2013
Neue Studie der Hochschule Reutlingen untersucht Produktdarstellungen im Internet: Die Hochschule Reutlingen hat die Ergebnisse der Untersuchung „Fashion Online Produktbeschreibungen“ veröffentlicht.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Strähle (38), International Fashion Retail, wurden die Auswirkungen von Produktbeschreibungen auf Kundenbewertungen untersucht. In einem Test wurden Websites von Asos, Bershka, H&M, Mango und Zara jeweils mit viel und wenig Produktbeschreibungen versehen und miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass ein Mehr an Produktinformationen zu deutlich besseren Einschätzungen der Produkte führt.


Zara Heatmap aus Untersuchungsreihe
Quelle: Hochschule Reutlingen

Aktuelle Webdesigns steigern den Modegrad um bis zu neun Prozent

Fashion Shopping Websites haben in den letzten Jahren eine zunehmend veränderte Optik. Insbesondere Anbieter wie Asos oder Zara versuchen, den Kunden durch starke Bildkommunikation und wenig Text vom Produkt zu überzeugen. Dabei soll die Aufmerksamkeit durch schlankes Webdesign auf das Produkt gelenkt werden. Dass dies auch gelingt, konnte durch die Testergebnisse eindrucksvoll nachgewiesen werden. „Die Aufmerksamkeit auf ein Produktbild kann sich um über 30 Prozent steigern, wenn es nur rudimentäre Produktbeschreibungen auf der Website gibt“, so Professor Strähle.

Damit kann sich der Kunde näher mit dem Produkt auseinandersetzen, weil er weniger abgelenkt wird. In der Konsequenz beurteilen hier die Kunden den Modegrad eines Produktes im Vergleich um knapp neun Prozent höher.

Mehr Information führt zu besserer Bewertung

Bei der Bewertung anderer Dimensionen zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. So wird die Einschätzung hinsichtlich der Qualität des Produktes durch mehr Informationen im Test um über drei Prozent gesteigert. Bei Modernität und Emotionalität waren die Werte sogar um bis zu acht Prozent höher. „Dies ist insofern erstaunlich, da Emotionalität im Webmarketing häufig mit Bildsprache gleichgesetzt wird“, sagt Strähle. „Damit laufen Unternehmen Gefahr, die Bedeutungskraft einer ausgefeilten Produktbeschreibungen zu unterschätzen“, so der Handelsexperte weiter.

In den Tests führt die Kombination umfassender Produktbeschreibungen mit ansprechenden Bildern zu einer besseren Bewertung. Grund hierfür ist die Dauer der Aufmerksamkeit auf ein Produkt: Bei ausreichender Zeitdauer können sowohl Produktbild als auch Text vom Kunden erfasst werden, was in Kombination eine positive Einschätzung zur Folge hat.

Kunden wollen Information

In der Studie konnte ebenfalls gezeigt werden, dass die Testpersonen an umfassenden Informationen interessiert sind. Kunden, die nur wenige Produktbeschreibungen zur Verfügung hatten, fühlten sich auch wesentlich schlechter informiert. Im Vergleich konstatierten 46,2 Prozent der Kunden, dass sie zu wenig Produktdetails hätten. Bei vielen Informationen waren es gerade einmal 8,3 Prozent. In Konsequenz können Unternehmen die Kaufentscheidung steigern, wenn sie ausführliche Beschreibungen bereit stellen.

„Es scheint, dass das Involvement mit mehr Informationen steigt“, schlussfolgert Strähle. Somit sind die verbalen Beschreibungen eben nicht nur ein notwendiges Übel, sondern zwingende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Onlineshop. Jüngste Studien zeigen jedoch gerade hier ein Defizit auf, weil Unternehmen organisatorisch für die Erstellung der Texte wenige Ressourcen zur Verfügung haben.

Modernes Retail Labor ermöglicht Blickanalysen

In der durchgeführten Untersuchung wurden Testpersonen im hochschuleigenen Retail Labor Bildfolgen von Fashion Websites gezeigt. Die Testgruppen unterschieden sich ausschließlich in der Art der Produktbeschreibung. Eine Testgruppe wurde mit Websites konfrontiert, welche viel Produktinformation enthielt.

Eine zweite Testgruppe erhielt die identischen Websites, die jedoch weniger Produktbeschreibungen beinhalteten. Dabei wurden die Blickbewegungen aufgezeichnet, anschließend strukturierte Interviews durchgeführt und die Ergebnisse mit den Daten aus der Blickanalyse abgeglichen. Die Testreihe ist Teil des Forschungsprojektes Online Neuromarketing.

Die Studienergebnisse können in englischer Sprache im Bereich International Fashion Retail angefordert werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Jochen Strähle, Hochschule Reutlingen, Fakultät Textil & Design, Studiengang International Fashion Retail, Telefon: 07121/271-8073, jochen.straehle@reutlingen-university.de
Pressekontakt:
Ivana Connert, Public Relations, Fakultät Textil & Design,
Telefon: 07121/271-8071, ivana.connert@reutlingen-university.de

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.reutlingen-university.de
http://www.td.reutlingen-university.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften