Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie untersucht Reformkommunikation

29.08.2008
Wie kommunizieren unsere europäischen Nachbarn politische Reformen? Welche Lehren können daraus für Deutschland gezogen werden? Wie einflussreich ist die Volkspartei als kommunikativer Akteur?

Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die Forschungsgruppe Regieren an der Universität Duisburg-Essen (UDE) in ihrer neuen Studie "Wohlfahrtsstaatliche Reformkommunikation. Westeuropäische Parteien auf Mehrheitssuche", die jetzt im Nomos-Verlag erschienen ist.

Ziel der Autoren ist es, einen handlungsorientierten Katalog für Reformpolitik und Reformkommunikation - einen sogenannten Reformsensor - vorzulegen. Die kommunikativen Hilfestellungen arbeiten die Autoren Stefanie Delhees, Karl-Rudolf Korte, Florian Schartau, Niko Switek und Kristina Weissenbach dabei in drei Schritten heraus.

Im ersten Teil der Studie untersuchen die Politikwissenschaftler Argumentationsmuster, die sich aus der Analyse und dem Vergleich von Reformpolitik und -Kommunikation europäischer Wohlfahrtsstaaten ableiten lassen. In den Blick genommen wurden dafür Schweden, Frankreich und Großbritannien. Das Ergebnis: Argumentationstypen wie der "Vertröster", "Kümmerer", "Patriot", "wettbewerbsorientierter Global-Player", "Nachahmer" oder "Leisetreter" könnten auch für Deutschland aufschlussreich sein.

Daran anknüpfend prüfen die UDE-Wissenschaftler die Übertragbarkeit der Argumentationstypen und Handlungsempfehlungen auf die Bundesrepublik. Es werden sprachstrategische Empfehlungen gegeben und kommunikative Fallen aufgezeigt.

Im dritten Teil der Untersuchung steht die Volkspartei als kommunikativer Multiplikator im Mittelpunkt. Analysiert werden die zentralen gesellschaftlichen Entwicklungen, auf die die Volkspartei in Zukunft reagieren muss. Sie steht dabei vor organisatorischen, programmatischen und kommunikativen Herausforderungen. So dient u.a. der Dialog mit betroffenen Interessengruppen und die kommunikative Multiplikatorfunktion von Volksparteien bis zur Basis als 'kommunikatives Frühwarnsystem' bezüglich erwartbarer Umsetzungs- und Kommunikationsschwierigkeiten von Reformen. Zu den Erfolgsbedingungen und der Mehrheitsfähigkeit von Volksparteien gehört eine in sich schlüssige Reformkommunikation, die sich an der Wohlfahrtsstaatskultur orientiert.

Gebündelt ergeben die Ergebnisse aus dem europäischen Vergleich und dem deutschen Fallbeispiel gemeinsam mit den Überlegungen zur Zukunft der Volkspartei zehn Komponenten eines Reformsensors. Darunter fallen Aspekte wie nüchterne Ehrlichkeit, stilsichere politische Führung, schlüssige Reformkommunikation, Programmarbeit als Strategiefaktor und wertorientierte Begründungskontexte.

Die Forschungsgruppe Regieren (wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte) betreibt anwendungsorientierte Politikforschung sowie wissenschaftliche Politikberatung in den Forschungsbereichen Moderne Regierungsforschung, Wahl- und Parteienforschung sowie politische Kommunikation.

Stefanie Delhees, Karl-Rudolf Korte, Florian Schartau, Niko Switek und Kristina Weissenbach: Wohlfahrtsstaatliche Reformkommunikation.
Westeuropäische Parteien auf Mehrheitssuche, Baden-Baden, 2008.
Nomos-Verlag, ISBN 978-3-8329-3523-8
Weitere Informationen: Sekretariat NRW School of Governance, Anita Weber, Tel. 0203/379-2045

Redaktion: Cathrin Becker, Tel. 0203 / 379 - 1489

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.nrwschool.de
http://www.forschungsgruppe-regieren.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie