Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue EU-Studie zur Erforschung des lebenslangen Lernens initiiert

20.11.2012
Wie können erfolgreiche Unternehmen lebenslanges Lernen als Wettbewerbsvorteil für sich nutzen?

Das ist eine der Fragen, mit denen sich das neue „LLLight'in'Europe“-Projekt befasst. Dabei wollen die Wissenschaftler auch die Bedeutung von Maßnahmen des lebenslangen Lernens für eine Verbesserung der "Person-Job-Fits" erforschen, also der Übereinstimmung der jeweiligen Einzelperson und deren spezifischer Arbeitsumwelt.

Das von der Europäischen Union finanzierte, auf vier Jahre ausgelegte Großprojekt wird mit Hilfe der neuen Methode „Complex Problem Solving Skills“ (CPS) die Kompetenzen der einzelnen Arbeitnehmer zur raschen und kollaborativen Lösung komplexer Probleme bestimmen.

Die Ergebnisse der Studie werden es Unternehmen ermöglichen, die Ressource lebenslanges Lernen zu erschließen und Ziele, wie etwa die Anwerbung und Bindung neuer Talente, die Förderung der Innovationsfähigkeit und der Erwerb von Wissen für den Zugang zu neuen Märkten, zu erreichen. Schließlich werden dadurch Entscheidungsträger, Geschäftsstrategen und der einzelne Arbeitnehmer in der Integration lebenslangen Lernens in die Arbeitsumwelt beeinflusst.

Die CPS-Methode greift für das Assessment auf computergestützte Tests zurück. „Computergestützte Tests bieten Assessmentmöglichkeiten, die mit Papier-Bleistift-Verfahren nicht möglich sind, nämlich eine weitere Dimension, da die Probanden vor dem Computer sitzen und ihnen Erfahrungen aus dem wirklichen Leben simuliert werden“, erklärt Dr. Samuel Greiff, vom Fonds National de la Recherche Luxembourg (FNR) geförderter ATTRACT-Fellow und psychologischer Wissenschaftler an der Universität Luxemburg. Er ist der Auffassung, dass diese Methodik erhebliche Vorteile bietet, da sie Veränderungen, die durch informelles Lernen im Arbeitsumfeld eintreten, widerspiegeln kann.

Die Universität Luxemburg arbeitet zusammen mit neun Universitäten und Forschungseinrichtungen aus vier Fachbereichen an der Realisierung der Ziele des Projekts. Im Rahmen des im Januar 2012 initiierten „LLLight'in'Europe“-Projekts werden über einen Zeitraum von vier Jahren die CPS-Kompetenzen von 4150 Probanden, darunter 3850 Mitarbeiter von 50 erfolgreichen Unternehmen in 15 EU-Ländern und vier Nicht-EU-Ländern, gemessen. Weitere 300 Probanden sind Unternehmer aus ganz Europa. Das mit 2,65 Millionen Euro geförderte Projekt läuft bis September 2016. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich 2015 veröffentlicht.

Derzeit liegen nicht genügend gesicherte Erkenntnisse vor, um Empfehlungen aussprechen zu können, in welcher Höhe finanzielle Mittel für lebenslanges Lernen aufgewendet werden sollten. Daher hat das 7. Rahmenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung (FP7) der Europäischen Kommission, das wichtigste EU-Instrument für die Finanzierung von Forschung in Europa, für das „LLLight'in'Europe“-Projekt 25 Wissenschaftler und eine Projektdauer von vier Jahren veranschlagt.

Dr. Greiff erweitert derzeit die Forschungsgruppe Educational Measurement and Applied Cognitive Science (EMACS) der Universität Luxemburg, um den Anforderungen der Studie gerecht zu werden, und ist daher auf der Suche nach Postdoktoranden, Doktoranden oder Master-Studierenden.

Das kollaborative „LLLight'in'Europe“-Projekt führt Partner aus ganz Europa zusammen, u.a. neun Forschungseinrichtungen und Universitäten: die Zeppelin Universität, Deutschland, die University of Nottingham, Großbritannien, die Universität Aarhus, Dänemark, das Info Institut, Deutschland, die Universität Wageningen, Niederlande, die Universität Luxemburg, die Wirtschaftsuniversität Bratislava, Slowakei, das China Center for Human Capital and Labour Market Research, China, und die Innovation and Growth Academy, Niederlande. Die anderen Mitarbeiter sind die Europäische Kommission, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, der Trades Union Congress, Großbritannien, die Daimler AG, Deutschland, und Food Valley, Niederlande.

Britta Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.lllightineurope.com/
http://www.apa.org/pubs/journals/edu/call-for-papers-computer-based-assessment.aspx

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften