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Neue Augenzellen erstmals im Labor "ausgedruckt"

18.12.2013
Ganglien- und Gliazellen als Teile der Netzhaut erfolgreich hergestellt

Forscher der University of Cambridge haben neue Augenzellen "gedruckt", die zur Behandlung des Verlustes der Sehkraft eingesetzt werden können. Im Fachmagazin Biofabrication berichten die Experten, dass das Verfahren mit Tierzellen funktioniert.


Sehkraft: Hoffnung auf Zellen aus dem Drucker (Foto: Pasieka/SPL)

Damit ist der Weg für maßgeschneiderte Therapien bei Menschen mit Schädigungen der Netzhaut geebnet. Weitere Tests sind jedoch nötig, bevor Studien mit Patienten durchgeführt werden können.

Experimente mit Ratten erfolgreich

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Tintenstrahldrucker eingesetzt werden können, um zwei Arten von Zellen der Netzhaut erwachsener Ratten zu drucken - und zwar Ganglien- und Gliazellen. Diese übertragen Informationen vom Auge in bestimmte Bereiche des Gehirns und liefern Unterstützung und Schutz für Nervenzellen. Die gedruckten Zellen blieben im Labor gesund und behielten ihre Fähigkeit zu überleben und zu wachsen.

Laut den Co-Autoren der Studie, Keith Martin und Barbara Lorber vom John van Geest Centre for Brain Repair der University of Cambridge http://brc.cam.ac.uk , führt der Verlust von Nervenzellen in der Retina bei vielen Patienten zur Erblindung. Die Netzhaut ist eine sehr komplex aufgebaute Struktur, bei der die genaue Anordnung von Zellen für das Sehen von entscheidender Bedeutung ist.

Lichtempfindliche Photorezeptoren

"Unsere Studie hat erstmals nachgewiesen, dass Zellen aus dem zentralen Nervensystem mit einem piezoelektrischen Tintenstrahldrucker hergestellt werden können. Das Ziel ist es eine Technologie zu entwickeln, die eines Tages für die Wiederherstellung der Retina eingesetzt werden kann", kommentieren die Wissenschaftler. Derzeit arbeitet das Team an dem Versuch, andere Arten von Retinazellen wie etwa lichtempfindliche Photorezeptoren, also Stäbchen und Zapfen, drucken zu können.

Wissenschaftlern ist es bereits gelungen, eine Erblindung bei Mäusen mit Stammzellentransplantaten rückgängig zu machen. Es gibt auch Fortschritte bei elektronischen Retinaimplantaten bei Patienten. Clara Eaglen von der Hilfsorganisation RNIB http://rnib.org.uk zufolge wird es in Zukunft entscheidend sein, wie viel Sehkraft den Menschen wiedergegeben werden kann. "Auch ein klein wenig mehr Sehkraft kann für Patienten wirklich einen Unterschied machen. Es kann bedeuten, dass sie das Haus selbstständig verlassen können", heißt es abschließend.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk

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