Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikro- und Nanotechnik-Unternehmen in Europa werden wieder mehr einstellen

28.02.2011
Fachkräftemangel beschäftigt vor allem deutsche Unternehmen.

Die aktuelle Datenerhebung des IVAM Fachverband für Mikrotechnik zeigt, wie gut sich die Mikrotechnik-, Nanotechnik- und Material-Industrie in Europa von der Wirtschafts- und Finanzkrise erholt hat.

Die Unternehmen wollen wieder mehr Mitarbeiter einstellen, die Umsätze sind stark gestiegen, es werden neue Auslandsmärkte erschlossen und der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr ist äußerst optimistisch. Jedoch könnten der Fachkräftemangel und anhaltende Finanzierungsschwierigkeiten zur Wachstumsbremse werden.

Der Datenerhebung im Januar 2011 zufolge, wollen 60% der befragten, überwiegend mittelständischen Unternehmen in Europa im Laufe des Jahres 2011 neue Mitarbeiter einstellen. Damit wird sich der positive Nach-Krisen-Trend fortsetzen, der sich im Jahr 2010 bereits angedeutet hat und auch in anderen Branchen zu beobachten ist. Während im Jahr 2009 nur 26% der Unternehmen ein Wachstum bei den Mitarbeiterzahlen vermeldeten, waren es im Jahr 2010 bereits 44%, die sich personell verstärkt haben.

Umsätze stark gestiegen – Export bleibt stabil
Fast die Hälfte der Unternehmen (47%) konnte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10% steigern. Der positive Trend bei den Umsatzzahlen soll sich Prognosen zufolge im Jahr 2011 fortsetzen, wenn auch nicht mit ganz so starken Steigerungen wie im vergangen Jahr.

Der Exportanteil der Branche ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr mehr oder weniger stabil geblieben. Ein Viertel der Unternehmen hat 2010 mehr als 75% des Umsatzes durch Export erwirtschaftet. Dabei findet die Hälfte des Exportgeschäftes innerhalb Europas statt. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Exportmarkt für die europäischen Nachbarländer, gefolgt von den USA und China. Deutsche Unternehmen exportieren vor allem in die USA, nach China und in die Schweiz.

Für 2011 alle Zeichen auf Grün
Gut sind die Aussichten auf das gerade begonnene Geschäftsjahr: Fast zwei Drittel der europäischen Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik und neuen Materialien erwarten, dass sich die Geschäfte im Jahr 2011 noch einmal besser entwickeln werden als im Vorjahr. Besonders bei Aufträgen, Produktion und Absatzzahlen wird wieder eine deutliche Steigerung erwartet. Zulegen möchten die Unternehmen auch beim Export und bei den Investitionen.
Wirtschaft geht Fachkräftemangel selber an
Der Fachkräftemangel scheint sich bei den Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik und neuen Materialien noch nicht in vollem Umfang bemerkbar zu machen. Für fast 40% der Unternehmen ist der Fachkräftemangel derzeit und auch in den kommenden fünf Jahren kein Thema. In der Regel reagieren die Unternehmen in Deutschland auf das Thema Fachkräftemangel sensibler als die meisten ihrer europäischen Nachbarn. In Deutschland rechnen 64% der Unternehmen damit, den Engpass spätestens 2015 zu spüren zu bekommen. Dort, wo Fachkräfte fehlen, werden vor allem Personen mit einer akademisch-technischen Qualifikation für Produktentwicklung und FuE gesucht.

Da die von der Politik diskutierten Maßnahmen wie Erleichterungen bei der Zuwanderung, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Ausbau der Kinderbetreuung oder Qualitätssteigerung bei der Bildung nicht kurzfristig greifen werden, ist bis auf weiteres die Wirtschaft selbst gefordert, geeignete Lösungen zu finden. Etwas mehr als 60% der betroffenen Unternehmen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sie haben zum Beispiel die Zahl der Ausbildungsplätze oder Diplomandenstellen erhöht, führen Mitarbeitergespräche oder Zufriedenheitsbefragungen durch oder ermöglichen es den Mitarbeitern, sich individuell, dem Bedarf des Unternehmens entsprechend, fortzubilden.

Finanzierungslücken gefährden Wachstum
Obwohl die Finanzkrise längst offiziell für überwunden erklärt wurde, bleibt es für die europäischen Hightech-Unternehmen teilweise schwierig, ausreichende finanzielle Mittel zu bekommen, um die eigenen Geschäfte, neue Entwicklungen und damit letztendlich auch das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Für etwa 40% der Unternehmen ist die Finanzierung in den vergangenen zwei Jahren schwieriger geworden. Dabei bereitet besonders das Kreditgeschäft Probleme, da die Banken die Hürden für die Kreditvergabe erhöht haben und länger für die Bearbeitung von Anträgen brauchen.

Auf die Möglichkeiten und Bereitschaft der Unternehmen, in neue Entwicklungen zu investieren, scheint sich der Finanzierungsengpass nicht in vollem Maße auszuwirken. Die FuE-Investitionen sind bei fast 40% der Unternehmen im Jahr 2010 gestiegen. 2011 wollen 43% der Unternehmen mehr investieren als im Vorjahr.

Mona Okroy | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivam-research.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie