Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Männer finden rot gekleidete Frauen attraktiv

28.10.2008
Farbwirkung ist laut Wissenschaftlern biologisch verankert

Männer fühlen sich zu rot gekleideten Frauen hingezogen, sind sich dieser Wirkung aber gar nicht bewusst. Zu diesem Schluss kommen Andrew Elliot und Daniel Niesta von der Universität Rochester im Journal of Personality and Social Psychology. Erstmals sei der Zusammenhang der Farbe mit menschlichen Beziehungen empirisch hinterlegt, so die Autoren.

Der deutsche Designer und Farbpsychologe Harald Braem bestätigt gegenüber pressetext die hohe Wirkung der Farbe. "Rot ist der beste Blickfang, denn aufgrund der kleinen physikalischen Wellenlänge gelangt es schneller ins Auge als alle anderen Farben".

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, zeigten die US-Forscher männlichen Testpersonen Bilder von Frauen mit unterschiedlichen Rahmen- und Hintergrundfarben. Die Männer bezeichneten beim Einsatz der Farbe Rot Frauen durchgehend als attraktiver oder begehrenswerter als bei anderen Farben. Darüber hinaus verhielten sich Männer rot gekleideten Frauen gegenüber weitaus spendabler. Lautete die Fragestellung jedoch, wie liebenswürdig, intelligent oder freundlich die gezeigte Dame sei, verblasste die rote Wirkung allerdings.

Ebenso zeigten sich Frauen von roter Farbwahl bei Männern wie auch bei anderen Frauen unbeeindruckt. Die getesteten Männer waren sich dem großen Einfluss, der die Farbe Rot auf sie ausübte, kaum bewusst. Das sei sehr verständlich, erklärt Braem. "Den ganzen Tag werden wir mit Farbinformationen zugeschüttet. Das Auge muss selektieren und tut dies unbewusst."

Doch nicht in jeder Situation ist Frauen rote Kleidung zu empfehlen. "Die Funktion der Farbe Rot ist sehr ambivalent", warnt Braem. "Männer empfinden die Farbe als sehr attraktiv, zugleich signalisiert sie jedoch auch etwas Verbotenes." Bei roter Kleidung schwinge eine erotisch-sexuelle Haltung mit, so der Farbexperte. "Eine in Rot gekleidete Frau will es wissen, sie möchte als sexuelles Wesen wahrgenommen werden und sagen: Seht her, ich bin schärfer als Madonna." Zuviel Rot erschrecke die Männer, sie suchten in neun von zehn Fällen das Weite, denn "Rot ist zuviel Power". Für Braem entscheidet die Quantität der Farbe über deren Wirkung, zu große rote Flächen seien bei der Kleidung wie auch in anderen Lebensbereichen aggressiv und abstoßend. Es gelte daher die Regel "weniger ist mehr".

Die US-Studienautoren vermuten, dass die Farbwirkung tiefe biologische Wurzeln hat. Weibliche Paviane oder Schimpansen erröten während der fruchtbaren Tage ihres Zyklus deutlich und senden damit ein klares sexuelles Signal an die Männchen, um für sie attraktiver zu sein. Männer verhalten sich da nicht viel anders, behaupten die Studienautoren. Ihre Reaktion auf Rot sei deutlich und bis zu einem gewissen Punkt primitiv, so sehr sie sich auch selbst als bedächtig und kultiviert sähen. Dass auch die Frauen auf dieses Spiel einsteigen, verdeutlicht Braem: "Sie imitieren das genauso, man denke an den Lippenstift oder das rote Accessoire." Was bei den Pavianen ein Schwellkörper bewirkt, geschehe auch beim Menschen - teils unbewusst, wenn er etwa durch das Adrenalin bei einer Erregung rot anläuft.

Dass Frauen nicht auf rot gekleidete Männer ansprechen, ist für den deutschen Farbforscher eine Folge des gesellschaftlichen Wandels. "Von der Keltenzeit bis ins Mittelalter trugen auch Männer bunte Kleidung und Schmuck und färbten sich die Haare rot." Heute habe sich die Gesellschaft geteilt, denn Frauen käme die Rolle zu, ein attraktiver Blickfang sein. "Männer hingegen sollen unsichtbar sein und verschwinden, sie kleiden sich lieber in Grautönen. Ihre Attraktivität drücken sie lieber durch Autos aus", so der Farbforscher abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.rochester.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten