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Lose Kleinteile größte Gefahr bei Kinderspielzeug

24.04.2009
VDE-Institut analysiert die am häufigsten auftretenden Mängel bei Spielzeug

Nur 20 Prozent der Spielzeuge von unabhängigen Testhäusern auf ihre Sicherheit geprüft

Nach einer Analyse des VDE-Instituts sind lose Kleinteile mit knapp 30 Prozent die am häufigsten auftretenden Mängel der rund 500 Spielzeuge, die 2008 in der EU vom Markt genommen wurden. Lose Kleinteile sind besonders für Babys und Kleinkinder gefährlich, da beim Verschlucken Erstickungsgefahr besteht.

Auf Platz 2 der Mängelliste sind Weichmacher, die Krebs auslösen können und giftig sind. Eltern sollten beim Spielzeugkauf unbedingt auf Sicherheitszeichen wie das VDE-Dreieck achten. Laut Branchenschätzung werden für den deutschen Markt lediglich 20 Prozent aller Spielzeuge von unabhängigen Testhäusern auf ihre Sicherheit geprüft. In internationalen Märkten dürfte diese Zahl noch wesentlich geringer ausfallen.

"In Deutschland besteht keine Prüfpflicht für Spielzeug. Viele Eltern meinen, die CE-Kennzeichnung stände automatisch für Sicherheit. Tatsächlich wird sie vom Hersteller selbst angebracht und ist kein Sicherheitszeichen einer neutralen unabhängigen Prüfinstitution", warnt Dr. Thomas Seitz vom VDE-Institut. "Wir wissen, dass eine Reihe von Produkten, die lediglich mit der CE-Kennzeichnung versehen sind, erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen."

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Eltern auf neutrale Prüfzeichen wie das VDE-Dreieck achten. Hier können sie sicher sein, dass das Spielzeug auf elektrische und mechanische Mängel oder etwa giftige Substanzen geprüft worden ist.

Immer noch liegen zu viele ungeprüfte Spielwaren in den Verkaufsregalen. Das Risiko ist hierbei groß. Die Ingenieure des VDE-Instituts testen deshalb, ob Einzelteile groß genug sind, damit für Kinder kein Erstickungsrisiko besteht. Im Chemielabor des VDE-Instituts werden Spielzeuge mit Röntgenfluoreszenzmethoden auf ihre Giftigkeit untersucht. "Immer wichtiger werden neben elektrischen, mechanischen und chemischen Prüfungen Messungen zur Geräuschemission, da der Trend weiter in Richtung elektronisches Spielzeug geht", so Seitz. Quietschspielzeuge und elektronische Rasseln etwa dürfen einen Wert von 85 Dezibel (dB(A)) nicht überschreiten.

Kleinkinder können sonst dauerhafte Hörschäden erleiden. Elektrische Mängel wie zu lautes Spielzeug oder Gefahr von elektrischem Schock treten nach der VDE-Analyse am dritthäufigsten auf. Scharfe Teile, Schwermetalle und Entzündbarkeit sind weitere Mängel. Das VDE-Institut führt im Bereich Spielzeug Sicherheitsprüfungen zu Elektrik, Mechanik, Materialien und Geräuschemissionen durch. Nur Rasseln, Teddys oder Autos, die alle Prüfungen erfolgreich bestehen, erhalten das VDE-Dreieck.

Im Bereich Spielzeug werden unter anderem folgende Produkte geprüft:
Spielzeug für Kinder bis 36 Monate
Spielzeug mit elektrischem Antrieb
Puppen- und Textilspielzeug
Modellspielzeug
Unterhaltungsspielzeug
Lehrspielzeug
Über das VDE-Institut:
Seit 1920 steht das VDE-Zeichen für Sicherheit und Qualität in der Elektro- und Informationstechnik. Mehr als 100.000 Geräte pro Jahr unterziehen die unabhängigen Prüfingenieure des VDE einem Härtetest bevor sie das VDE-Prüfzeichen erhalten. Rund um den Globus überwachen die VDE-Experten mehr als 7.000 Fertigungsstätten. Kooperationsvereinbarungen mit mehr als 50 Ländern sorgen dafür, dass die vom VDE-Institut durchgeführten Prüfungen international anerkannt sind. Weltweit tragen 200.000 Produkttypen mit einer Million Modellvarianten das VDE-Zeichen. Die gemeinnützige VDE-Institut GmbH beschäftigt rund 450 Mitarbeiter.

Melanie Mora | idw
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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