Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernen am Arbeitsplatz: Fast jeder Zweite empfindet Druck

18.09.2012
DUW-Studie: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwarten, dass Weiterbildung im Job an Bedeutung gewinnt

Ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland glaubt, dass Lernen am Arbeitsplatz künftig an Stellenwert gewinnen wird. Fast jeden Zweiten setzt diese Perspektive sehr häufig bis gelegentlich unter Druck. Dies zeigt eine bundesweite Umfrage unter 1.005 Erwerbstätigen im Rahmen der Studie „Schöne neue Lernwelt?

Berufliche Weiterbildung im Wandel“ der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW): 74 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Weiterbildung in ihrem Beruf in zehn Jahren wichtiger sein wird als heute. Mehr als jeder Zehnte (11 Prozent) fühlt sich sehr häufig oder häufig überfordert, weil sein Arbeitgeber von ihm erwartet, sich auf dem neuesten Stand zu halten. Gelegentlich überfordert sieht sich mehr als jeder Dritte (34 Prozent).

„Lernen ist zu einer stetigen Herausforderung geworden – sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben. Technologien wandeln sich in immer kürzeren Abständen. Wissen ist überall und jederzeit abrufbar, veraltet aber auch schneller als früher“, sagt Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW. „Die Überforderung vieler Menschen rührt häufig aus dieser Beschleunigung, verknüpft mit steigenden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter mit dieser Entwicklung nicht allein lassen. Gefragt sind gezielte Weiterbildungsmaßnahmen, die dem Einzelnen helfen, in der neuen Arbeitswelt zurechtzukommen. In dieser Ausrichtung ist Weiterbildung auch eine Antwort auf die gestiegene Zahl von Burn-out-Fällen.“

Bedeutung von Weiterbildung für Employability erkannt
Grundsätzlich haben die meisten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Bedeutung vom Lernen am Arbeitsplatz erkannt: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) sagt, dass Weiterbildung im derzeitigen Beruf zwingend erforderlich sei. Weitere 32 Prozent halten Weiterbildung für hilfreich. Je höher der Bildungsabschluss ist, desto größer der Stellenwert von Weiterbildung: 66 Prozent der Befragten mit Abitur oder Studium halten Weiterbildung für zwingend erforderlich, bei den Berufstätigen mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss sind es hingegen nur jeweils 44 Prozent.

„Früher war es möglich, ausgelernt zu haben. Der Handwerker wusste durch die Lehre alles, was er für sein Berufsleben brauchte“, sagt Dr. Katrin Hille, Psychologin und Forschungsleiterin am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) und eine der Expertinnen und Experten, die die DUW in ihrer Studie befragt hat. „Das hat sich gründlich geändert: Heute ist es unerlässlich, immer wieder neu zu lernen, um noch gute Arbeit leisten zu können.“

Geteilte Verantwortung – doppelte Lernfreude
Die meisten Expertinnen und Experten sehen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer in der Verantwortung, wenn es um betriebliche Weiterbildung geht. Damit stimmen sie mit den Befragten aus der DUW-Umfrage überein: 71 Prozent fordern bessere Lern- und Weiterbildungsangebote von den Arbeitgebern. Darunter fallen zum Beispiel mehr Angebote, aktuellere Inhalte und eine Übernahme der Kosten. Aber immerhin 60 Prozent sehen sich auch selbst in der Verantwortung und glauben, dass von ihnen als Arbeitnehmer zukünftig mehr Eigeninitiative gefragt sein wird. Prof. Dr. Ada Pellert bestätigt diese Einschätzung: „Zum Jagen tragen geht in der Weiterbildung nicht. Ohne Selbstverantwortung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann es keinen nachhaltigen Lernerfolg geben.“

Formale und informelle Lernangebote kombinieren
Neben formalen Weiterbildungsmaßnahmen wie Zertifikate und Studiengänge kommt dem informellen Lernen am Arbeitsplatz eine wachsende Bedeutung zu: „Gespräche am Arbeitsplatz, Anleitungen durch Kollegen, Selbstlernangebote und Chaträume im Internet – wir lernen ständig, häufig ganz nebenbei. Nur ist diese Form des Lernens bislang nicht offiziell anerkannt“, sagt Peter Dehnbostel, Professor für Betriebliches Bildungsmanagement an der DUW. Arbeitgeber sollten informelles Lernen als wirksame Hilfe gegen das Gefühl der Überforderung fördern und ihm den notwendigen Raum im Berufsalltag geben. Kombiniert mit formalen Lernangeboten, die auf die individuellen Lebensphasen der Mitarbeiter angepasst sind, ergibt sich so eine konkrete Begleitung des Lebenslangen Lernens in und bei der Arbeit. Doch dafür braucht es eine lernfreundliche Unternehmenskultur sowie Angebote zum gemeinsamen Lernen und Erfahrungsaustausch. „Die globalisierte Arbeitswelt mit ihren neuen Technologien bietet uns nicht nur Risiken, sondern auch Chancen“, so Dehnbostel. „Wenn Führungskräfte und Personalentwickler informelles Lernen stärker unterstützen und im Rahmen von neuen Lernkonzepten mit formalen Angeboten verschränken, erreichen wir eine hohe Qualität der arbeitsbezogenen Weiterbildung, die auch für berufliche und akademische Bildungsgänge anerkannt wird.“

Die digitale Pressemappe zur Studie finden Sie hier:
http://www.duw-berlin.de/fileadmin/user_upload/content/presse/DUW-Studien/DUW_Studie_Lernen_final.pdf

Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW)
Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) mit Sitz in Berlin bietet wissenschaftliche Weiterbildung für Berufstätige mit erstem Studienabschluss. Das Fernstudienangebot der staatlich anerkannten Weiterbildungsuniversität umfasst Masterstudiengänge in den Departments Wirtschaft und Management, Bildung, Gesundheit und Kommunikation sowie weiterbildende Zertifikatsprogramme. Das flexible Blended-Learning-Studiensystem und die individuelle Betreuung ermöglichen es DUW-Studierenden, das Studium mit Privatleben und Beruf zu vereinbaren. Gesellschafter der DUW sind die Freie Universität Berlin und die Stuttgarter Klett Gruppe. Als Public-Privat-Partnership steht die DUW für wissenschaftliche Qualität, Arbeitsmarktnähe und Dienstleistungsorientierung.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Pressebüro der Deutschen Universität für Weiterbildung
Julia Seimel
Telefon: 030/2000 306-106
E-Mail: julia.seimel@duw-berlin.de
http://www.duw-berlin.de/de/presse.html
http://blog.duw-berlin.de

Izabela Ahmad | idw
Weitere Informationen:
http://www.duw-berlin.de/de/presse.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie