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Wo lebt es sich gesünder?

27.04.2011
TU-Forscherin wertet bundesweit vermeidbare Todesfälle aus

Wenn sich die Menschen aussuchen könnten, wo sie ihr Leben verbringen möchten, würden sie vermutlich einen Ort wählen, an dem es sich gut leben lässt. Vielleicht würden sie aufs Land ziehen, weil es dort ruhiger zugeht. In die Berge oder ans Meer, weil dort die Luft besser sein soll. Sie würden Gegenden meiden, in denen es viel Industrie oder Atomkraftwerke gibt. Denn schließlich wollen alle ein gesundes und langes Leben führen.

Doch wo lebt man hierzulande besonders lange und besonders gesund? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, wie Wissenschaftler der TU Berlin herausgefunden haben. Sie untersuchten Anzahl und Verteilung der sogenannten vermeidbaren Todesfälle in 439 Kreisen Deutschlands. „Wir haben die Todesursachenstatistik der Forschungsdatenzentren der Bundesländer aus den Jahren 2000 bis 2004 ausgewertet“, berichtet Dr. Leonie Sundmacher, die Leiterin der Studie vom Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin.

Als „vermeidbare“ Todesfälle werden solche bezeichnet, die durch geeignete Prävention und/oder Therapie hätten verhindert werden können. „Uns beschäftigt vor allem die Frage, welchen Einfluss das Gesundheitswesen auf die Anzahl der Sterbefälle hat“, sagt die Forscherin. In weiteren Untersuchungen will sie künftig Aussagen darüber treffen können, ob etwa die Anzahl der Hausärzte in einer Region einen Einfluss auf die Sterblichkeit infolge von kardiovaskulären Krankheiten hat.

Der Studie zufolge gibt es einen deutlichen Unterschied bei der Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen zu Ungunsten der neuen Bundesländer, die – so vermutet die Wissenschaftlerin – auf „unterschiedliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu DDR-Zeiten und eine aktuell schlechte sozioökonomische Lage“ zurückzuführen seien. Bei den meisten Krebserkrankungen zeichne sich hingegen eher ein Nord-Süd-Gefälle ab – im Süden wird seltener als im Norden wegen einer Krebserkrankung gestorben. Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle von männlichen Fahrern gibt es, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, in einigen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns mit seinen idyllischen Alleen.

Inwieweit Häufungen einiger vermeidbarer Todesfälle in bestimmten Kreisen mit soziökonomischen Faktoren oder strukturellen Gegebenheiten des Gesundheitssystems, wie etwa der Fachärztedichte, zusammenhängen, wollen die Forscher nun weiter untersuchen. „Insgesamt können wir sagen, dass die Anzahl der Ärzte die Zahl der vermeidbaren Todesfälle leicht reduziert“, formuliert es Leonie Sundmacher vorerst vorsichtig. Letztlich habe der Patient unter diesen Bedingungen mehr Auswahl, einen Facharzt für sein spezifisches Krankheitsbild zu finden. Andrea Puppe

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/

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