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Lange Krankenstände gehen mit erhöhtem Sterberisiko einher

06.10.2008
Erkennen von Risikogruppen als Schlüssel zu besserer Krebsprävention

Menschen, die immer wieder aus psychiatrischen Gründen für längere Zeit in den Krankenstand gehen, sterben doppelt so wahrscheinlich an Krebs als ihre gesünderen Arbeitskollegen. Wissenschaftler des University College London gehen davon aus, dass diese unerwarteten Erkenntnisse helfen könnten Risikogruppen zu erkennen.

Von 6.500 Beamten verfügten jene mit einem länger als drei Jahre dauernden Krankenstand ein um 66 Prozent erhöhtes Risiko früh zu sterben. Das Krebsrisiko dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Betroffenen nicht rechtzeitig zum Arzt gegangen waren. Details der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

Das Team um Jenny Head analysierte die Krankheitsdaten von in London arbeitenden Beamten in 20 Whitehall-Abteilungen ab 1985 und verglich sie mit den bis 2004 eingetretenen Todesfällen. In diesem Zeitraum starben insgesamt 288 Menschen. Jene 30 Prozent, die eine oder mehr Arbeitsperioden hatten, in denen sie mindestens sieben Tage krank gewesen waren, verfügten über ein um 66 Prozent erhöhtes Risiko eines frühzeitigen Todes. Die höchste Todesrate wurde bei jenen festgestellt, die aufgrund von Herzerkrankungen, Schlaganfällen oder ähnlichen Erkrankungen in Krankenstand traten. Ihr Risiko war vier Mal so hoch wie das von Kollegen ohne längere Krankenstände. Überraschenderweise hingen auch Krankenstände aufgrund von Atemwegserkrankungen und Infektionen ebenfalls mit einem höheren Sterberisiko zusammen.

Die leitende Wissenschaftlerin Jenny Head betonte laut BBC, dass in der aktuellen Studie erstmals Krankenstände aus psychiatrischen Gründen wie Depressionen mit Krebs als Todesursache in Zusammenhang gebracht worden sind. "Wir haben die Gründe dafür nicht erforscht. Es kann aber sein, dass Menschen die zu Depressionen neigen, eher seltener zum Arzt gehen. Denkbar ist auch das diese Neigung die Prognose des Krankheitsverlaufes beeinflussen oder dass Depressionen das Festhalten an der vorgeschriebenen Behandlung erschweren."

Die Herausgeber des BMJ gehen in einem begleitenden Leitartikel davon aus, dass Informationen über Krankenstände praktischen Ärzten mit nützlichen Informationen darüber versorgen könnten, welche Arbeitnehmer über ein erhöhtes Sterberisiko verfügen. Arbeitgeber könnten diese Informationen ebenfalls nutzen, um für arbeitsbedingte Probleme wie Stress gezielt Unterstützung anzubieten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.bmj.com

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