Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kundenwünsche früher erkennen

08.09.2009
Auch für die Produkte von Dienstleistern sollen jetzt Kundenwünsche schon in die Produktentwicklung eingehen.

Um die Kundenwünsche besser erfassen zu können, entwickelte das Institut für Informatik der Universität Leipzig eine neue Software. Mit den so entstehenden maßgeschneiderten Produkten wollen die Dienstleister die Kundenzufriedenheit erhöhen und bessere Absatzchancen für ihre Produkte erzielen.

Die Mitarbeiter des Instituts für Informatik sind bekannt dafür, Expertisen in der Modellierung und Beschreibung von Dienstleistungen zu besitzen. Jetzt entwickelten sie eine neue Softwarelösung, um die Bedürfnisse der Kunden in eine geeignete Formsprache zu übertragen und in einer sogenannten Softwarearchitektur abzubilden.

Dabei verwenden die Wissenschaftler spezielle softwaretechnische Werkzeuge, um die jeweiligen Dienstleistungen graphisch darzustellen. Prof. Dr. Klaus-Peter Fähnrich, Leiter der Abteilung Betriebliche Informationssysteme der Universität Leipzig, Dr. Kyrill Meyer und sein Team arbeiten deshalb in der laufenden Studie "Customer Excellence on Service Research and Development" mit internationalen Projektpartnern zusammen. Das Massachusetts Institut of Technology (USA), SC-Research (Finnland), die Universität Alcalá (Spanien) und das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation beteiligen sich an der Studie.

In der Dienstleistungsforschung versteht man auch Dienstleistungen als Endprodukte. Diese können unterschiedlicher Natur sein: Haare schneiden lassen beim Friseur, die Entwicklung eines Autos, die Serviceleistungen bei der Reinigung, das Entstehen eines neuen Spielzeuges etc. Das Anliegen der Dienstleistungsforschung ist es, besonders auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen und diese in die Produktentwicklung mit einzubeziehen. Es entstehen maßgeschneiderten Produkte, die dem Hersteller Kosten sparen und den Absatz erhöhen können. Ein Beispiel: Beim Friseur ist der Kunde anwesend und kann so gezielt seine Wünsche äußern. Die Wahrscheinlichkeit, dass er mit dem Endprodukt der Dienstleistung (die neue Frisur) zufrieden ist, erhöht sich erheblich. Bei anderen Dienstleistungen ist der Kunde jedoch abwesend. Woher weiß der Unternehmer, wie er den Kunden sinnvoll einbeziehen kann?

In der laufenden Studie werden u.a. Fallanalysen in einem finnischen Unternehmen, das Serviceleistungen rund um den Maschinenbau anbietet, durchgeführt. Diese Dienstleistungen sind z.B. Wartungsdienstleistungen oder der Umbau bereits bestehender Maschinen. Die gesammelten empirischen Daten können darüber Auskunft geben, in welchen Schritten die Wartung erfolgt, was die Bedürfnisse des Kunden sind und wo man dessen Wünsche effektiv in die Entwicklung der Serviceleistung einbeziehen kann. Das Unternehmen erhält nach graphischer Darstellung der Daten im Institut für Informatik den entscheidenden Ablaufplan der Vorgänge und kann genau erfassen, wo der Kunde am effektivsten einbezogen werden kann. Auf diese Weise kann er seine Dienstleistung optimieren. Dieses Konzept ist bei jeder Art von Dienstleistung möglich.

Prof. Dr. Klaus-Peter Fähnrich gilt als einer der Begründer der Dienstleistungsforschung und -entwicklung. Als Forschungspionier hat er Grundlagen für diesen wissenschaftlich recht jungen Bereich geleistet. Die Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Betriebliche Informationssysteme entwickeln alle Arten von Softwarelösungen, die ein Unternehmen braucht, um seinem Geschäft nachkommen zu können. Das Institut für Informatik besitzt spezielles Know-How in der Entwicklung IT-basierter Dienstleistungen bzw. der IT-unterstützten Dienstleistungsentwicklung, dem sogenannten Service Engineering.

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie