Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konflikt um Wasser wird eskalieren

04.05.2010
Studie am Mekong: Auch wasserreiche Flüsse davon betroffen

Bevölkerungswachstum, Urbanisation, zunehmende Umweltverschmutzung, Bodenverlust und Klimaänderungen stehen alle mit dem Thema Weltwasser und Wasserversorgung in Verbindung. Finnische Forscher beschäftigen sich seit Jahren mit der Verbesserung der Effizienz der Wassernutzung. Sie haben in einer aktuellen Studie gezeigt, dass nicht nur das "Abgraben" von Wasser ein potenzieller Konfliktherd ist, sondern auch die Errichtung unzähliger Dämme und Staumauern.

"Mehr als zehn Jahre haben wir den Mekong-Fluss in Südostasien untersucht", so Marko Keskinen von der Water and Development Research Group der Aalto University http://www.water.tkk.fi/ gegenüber pressetext. Der mehr als 5.000 Kilometer lange Strom gehört zu den größten Flusssystemen. "Es gibt Pläne, dass im gesamten Flusssystem bis zu 100 Wasserkraftwerke errichtet werden sollen. Das hätte einen massiven Einfluss auf die dort lebende Bevölkerung - vor allem auf jene, die vom Fischfang abhängig ist", so Keskinen

Wasserkonflikte vorprogrammiert

"Vom Ausbau der Wasserkraft profitieren vor allem China und Laos. Benachteiligt sind allerdings jene Millionen Menschen in Laos, Kambodscha und Vietnam, die vom Fischfang leben, denn dieser massive Ausbau verändert die gesamte Ökologie des Flusses", erklärt der Forscher. Die Auswirkungen auf die Fischerei, deren gesamter wirtschaftlicher Wert jährlich etwa drei Mrd. Dollar beträgt, werden definitiv negativ sein.

Auch wenn die 100 Kraftwerke derzeit nur als Pläne existieren, würde die Errichtung von 30 oder 40 Kraftwerken bereits nachteilige Auswirkungen auf die Lebensgrundlage vieler Menschen haben. "Am härtesten davon betroffen wäre Kambodscha." Dass die Kraftwerke definitiv auch einen Nutzen haben sei unbestritten. Dieser liege hochgerechnet etwa in der gleichen Größenordnung wie die Fischerei. "Doch sind die Nutznießer nicht auch diejenigen, die den Schaden erleiden."

Komplexe politische Problemstellung

"Die Frage nach den Wasserressourcen sorgt bereits jetzt für Unmut und heftige politische Debatten - einerseits zwischen den Ländern, andererseits aber auch innerhalb verschiedener Bevölkerungsgruppen in den einzelnen Staaten", so Keskinen. "Der Fluss, der nun für viele Menschen eine Nahrungsgrundlage darstellt, wird in Zukunft Nutzen für andere bringen."

"Derzeit sind die Fischer, eine arme Bevölkerungsschicht, im klaren Nachteil. Ihre Interessen sind unterrepräsentiert", meint der Experte. Als Lösungsvariante sieht der Forscher ein verbessertes Ressourcenmanagement vor. Management-Programme am Papier halten der Realität im täglichen Leben am Mekong-River jedoch kaum Stand.

"Viele integrierte Zugänge negieren die breiteren philosophischen und konzeptuellen Dimensionen. Da Wassermanagement eine ganze Reihe von interagierenden Parteien betrifft, muss auch auf politische und persönliche Prozesse geachtet werden", so Keskinen. Aus diesem Grund sei es notwendig, darauf zu achten, wie verschiedene Gruppen miteinander und intern kooperieren und interagieren.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.water.tkk.fi/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten