Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimafreundlich und energieeffizient: Studie untersucht Einsparpotenziale in der Landwirtschaft

06.03.2013
Wie effizient nutzen ökologische und konventionelle Betriebe die eingesetzte Energie? Und wo stecken in beiden Bewirtschaftungsformen die größten Einsparpotenziale bezüglich klimaschädlicher Gase?

Erste Antworten auf diese Fragen gaben Wissenschaftler auf einer Fachtagung, die am 27. Februar 2013 im Thünen-Institut in Braunschweig stattfand.

Hier stellten sie erste Teilergebnisse eines vierjährigen Forschungsprojektes zum Thema vor, das im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt wurde.

Dabei untersuchten die Wissenschaftler die Energieflüsse und die Freisetzung klimaschädlicher Gase auf je 40 ökologischen und konventionellen Pilotbetrieben in Deutschland. Professor Kurt-Jürgen Hülsbergen von der Technischen Universität München (TUM) wies darauf hin, dass bei konventionellen Betrieben vor allem durch den Zukauf von Stickstoffdünger und synthetischen Pflanzenschutzmitteln ein erheblicher Energieinput entstehe, da ihre Herstellung extrem energieaufwändig sei.

Bei Ökobetrieben sei dieser Energieinput im Durchschnitt dagegen nur halb so hoch. Dieser Unterschied wird jedoch laut Hülsbergen durch die deutlich höheren Erträge im konventionellen Bereich zum Teil wieder aufgefangen. Um auf einzelbetrieblicher Ebene die Energieeffizienz und Freisetzung klimaschädlicher Gase zu optimieren, müssten seiner Ansicht nach individuelle Empfehlungen ausgesprochen werden. Hier bestehe noch großes Potenzial.

Das gilt auch für den Bereich der Milchviehhaltung, auf den Helmut Frank von der TUM in seinem Vortrag näher einging. Hier lägen die Treibhausgasemissionen pro Liter Milch im Ökobereich bei gleicher Leistung etwa 20 Prozent niedriger als bei konventioneller Milch. Aber auch hier gäbe es große Unterschiede in beiden Produktionsformen, die stark vom jeweiligen Betriebsmanagement abhingen. Als mögliche Ansätze einer klimafreundlichen Fütterung nannte er die Steigerung der Milchleistung, eine grundfutterbasierte, standortangepasste Ration mit möglichst wenig Zukauffuttermitteln (Soja) und eine längere Nutzungsdauer der Kühe.

Im Ackerbau gehe es vor allem darum, die Effizienz bei der Stickstoffdüngung zu optimieren. Das betonte Professor Gerold Rahmann vom Thünen-Institut. Nicht genutzter Stickstoff belaste die Klimabilanz unnötig. Auch eine vielfältige Fruchtfolge mit Leguminosen, eine weniger intensive Bodenbearbeitung und organische Düngung seien hinsichtlich der Klimawirkung und Energieeffizienz vorteilhaft.

Einig waren sich alle Experten darin, dass speziell im Ökobereich höhere Erträge mit geringeren Schwankungen wünschenswert sind, um die Klimabilanz zu verbessern. Als großes Plus der ökologischen Wirtschaftsweise sahen sie den Humusaufbau im Boden an, der sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirke und zudem die Bodenfruchtbarkeit erhalte.

Jürgen Beckhoff | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Energieeffizienz Energieinput Klimabilanz Klimafreundlich Milch TUM Ökobereich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics