Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kinder spielerisch vom Rauchen abhalten

14.04.2014

Präventionsprojekt „Eigenständig werden 5+6“ nachhaltig erfolgreich

Wer in der fünften und sechsten Klasse am Präventionsprogramm „Eigenständig werden 5+6“ teilgenommen hat, greift seltener zur Zigarette, weiß mehr über Suchtgefahren und steht dem Rauchen kritischer gegenüber.

Das zeigt eine aktuelle Studie mit 2.500 Schülerinnen und Schülern, die das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel befragt hat. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit insgesamt mehr als 500.000 Euro gefördert.

„Die Teilnehmenden wissen nicht nur mehr über die Gesundheitsgefahren des Rauchens, sondern entwickeln auch eine kritischere Einstellung zum Rauchen als andere Jugendliche“, so Studienleiter Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Leiter des IFT-Nord. Es sei besonders erfreulich, betont Hanewinkel, dass auch ein halbes Jahr nach Ende des Programms in den Schulklassen, die sich an dem Präventionsprogramm beteiligt haben, deutlich weniger Schülerinnen und Schüler mit dem Rauchen beginnen.

Abwechslungsreiche Übungen statt Frontalunterricht: In sieben interaktiven Unterrichtseinheiten je Klassenstufe untersuchten die Schülerinnen und Schüler, wie sie mit stressigen Situationen im Alltag zu Hause und in der Schule umgehen und dem Tabakkonsum widerstehen können.

„So gibt es bei "Eigenständig werden 5+6" am Ende der 5. Klasse einen Projekttag zum Rauchen, an dem die Klasse in Gruppen nacheinander verschiedene "Stationen" mit Spielen und Lerneinheiten absolviert“, sagte Studienautorin Dr. Barbara Isensee, Leiterin der Abteilung Forschung und Prävention des IFT Nord. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren beispielsweise in einem Puzzle etwas über die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs. An einer anderen Station konnten sie im Rollenspiel ausprobieren, eine angebotene Zigarette abzulehnen.

Ferner erlebten die Jugendlichen selbst, wie sich Atemnot als eine häufige körperliche Folge des Rauchens anfühlt: Etwa fünf Minuten lang spielte die Gruppe ein Bewegungsspiel und die Schülerinnen und Schüler durften dabei nur durch einen Strohhalm atmen. Solche Übungen machten den Jugendlichen nicht nur Spaß, so Isensee weiter, sondern es sei durch Studien belegt, dass interaktive Lernmethoden ein wesentlicher Bestandteil wirksamer Präventionsprogramme seien.

Zur Primärprävention hat die Deutsche Krebshilfe im Jahre 2010 ein Förderschwerpunktprogramm eingerichtet. Das Programm wurde bisher mit 4,2 Millionen Euro unterstützt.

„Das Thema Prävention ist für uns seit Jahrenein wichtiges Aufgabenfeld mit nach wie vor großen Potentialen“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Aus diesem Grund unterstützen wir Forschungsprojekte zur frühzeitigen Beeinflussung von Lebensgewohnheiten, die die Krebsentstehung nachweislich begünstigen.“

Die renommierte Fachzeitschrift „BMJ Open“ hat einen Artikel zur Wirksamkeit des Schulprogramms „Eigenständig werden 5+6“ veröffentlicht, um auf die Verhütung des Einstiegs in das Rauchen zu sensibilisieren. Der Artikel ist frei zugänglich unter: http://bmjopen.bmj.com/content/4/1/e004422

Weitere Informationen:

http://www.krebshilfe.de

Dr. med. Svenja Ludwig | Deutsche Krebshilfe e. V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise