Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales FANTOM Konsortium veröffentlicht Pionierstudien

22.04.2009
Das internationale FANTOM Konsortium veröffentlichte in Nature Genetics eine neue Methode zur Erkennung von Genetischen Regulationsnetzwerken.

Wissenschaftler des internationalen FANTOM Konsortiums (Functional Annotation of the Mammalian cDNA) unter der Leitung des Omics Science Center (OSC) vom RIKEN Yokohama Institut veröffentlichen drei Pionierstudien in der angesehenen Zeitschrift Nature Genetics. Darin stellen sie sowohl eine neue Methode zur Bestimmung der Regulierung von Genen in Säugetieren vor, als auch gegenwärtig bestehende Thesen über diese Regulierung in Frage. Die diesen Studien zugrunde liegenden Daten wurden der wissenschaftlichen Gemeinschaft in einer frei zugänglichen Datenbank zur Verfügung gestellt.

Im derzeit 4. Stadium, FANTOM4, wurde die vom OSC entwickelte Technologie CAGE (Cap Analysis of Gene Expression) um die besonders genaue Bestimmung der DNA Sequenzen mit Hilfe von DNA-Sequenzierungsmaschinen der nächsten Generation erweitert (deepCAGE). Sowohl exakte Genstartpositionen als auch die Exprimierung, d.h. die Menge des primären Genproduktes, jedes einzelnen Gens wurden präzise identifiziert. Am Beispiel der Entwicklungsstadien einer bisher viel studierten Krebszelllinie, der akuten myeloischen Leukämie (AML), wurden mit Hilfe eines Computermodells allein aus den experimentellen Daten und unter Ignorierung bekannten Wissens alle bekannten Schlüsselgene sowie viele der bekannten Genregulationen gefunden.

Als deutscher Part dieses internationalen Konsortiums bringt PD Dr. rer. nat. Michael Rehli, Wissenschaftler an der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie des Universitätsklinikums Regensburg, seine langjährige Erfahrung über das untersuchte Zellsystem ein und war an der Planung und thematischen Ausrichtung der Forschungsinitiative beteiligt.

Dieser erste Bericht über ein groß dimensioniertes genetisches Netzwerk basierend auf einem experimentellen Datensatz ruft in der wissenschaftlichen Gemeinschaft viel Aufsehen hervor. Für Biowissenschaftler und Mediziner sind die entwickelte deepCAGE Technologie, die in Zusammenhang damit entwickelten bioinformatischen Methoden sowie die bereit gestellten Daten von großer Bedeutung. Die Erkenntnisse können ein besseres Verständnis für die Prozesse liefern, durch welche Zellen krebserregend werden können und wie das Wachstum und die gezielte Differenzierung von Stammzellen reguliert werden. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Sicherheit des Einsatzes von Stammzellen in regenerativer Medizin. Wissenschaftlicher Koordinator des Konsortiums, Dr. Harukazu Suzuki, dazu: "Wir sind stolz, mit dieser bahnbrechenden Forschungsarbeit ein besseres Verständnis zu ermöglichen, wie Gene auf molekularer Ebene Zellen regulieren. Wir wollen allen Mitgliedern des Konsortiums unsere Anerkennung für ihren großartigen Beitrag in dieser Forschungsanstrengung aussprechen."

Neue Erkenntnisse wurden auch über die überall im Säugetiergenom vorfindbaren Transposonen (springende Gene) gewonnen, deren Funktion bisher größten Teiles unbekannt war. Es hat sich heraus gestellt, dass diese Elemente häufig gewebespezifisch exprimiert und dynamisch gesteuert sind, was vermuten läßt, dass sie eine regulierende Rolle spielen. Die FANTOM-Mitarbeiter haben außerdem eine andere Art von kurzen RNAs, genannt tiRNAs (Transkriptionsinitiations-RNA) oder kleine RNAs, in Mensch, Huhn und Fruchtfliege identifiziert. Sie umfassen ungefähr 18 Nukleotide in Länge und finden sich innerhalb von -60 bis +120 nt der Transkriptionsstartstellen und dürften in Metozoen (Tieren) tatsächlich weit verbreitet sein. Eine Themenserie von BioMed Central (BMC) zeigt weitere FANTOM4-Studien in Genombiologie- und anderen BMC-Magazinen.

Cordula Heinrich | idw
Weitere Informationen:
http://fantom.gsc.riken.jp/
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/abs/ng.375.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops