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Hoher Kupferwert im Gehirn erhöht Alzheimerrisiko

20.08.2013
Wissenschaftler über Wirkung jedoch uneins - Weitere Tests erforderlich

Zu viel Kupfer in der Nahrung kann zum Entstehen von Alzheimer beitragen, wie die University of Rochester ermittelt hat. Die Forschung ist sich jedoch in diesem Punkt uneinig. Andere Studien haben nahegelegt, dass Kupfer das Gehirn auch schützen könnte.


Kupfer: Schutz oder am Ende doch eine Gefahr? (Foto: pixelio.de, Fabian Forban)

Die aktuelle in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://pnas.org veröffentlichte Studie hat nachgewiesen, dass hohe Kupferwerte im Gehirn dazu führten, dass jenes Protein weniger gut abgebaut werden kann, das für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich gemacht wird. Kupfer ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und essenziell für die Gesundheit.

Blut-Hirn-Schranke beeinflusst

Leitungswasser, das durch Kupferleitungen fließt, rotes Fleisch, Krustentiere, Obst und Gemüse liefern über die Nahrung Kupfer. Die mit Mäusen durchgeführte Analyse legt nun nahe, dass Kupfer den Schutzmechanismus des Gehirns, die Blut-Hirn-Schranke, beeinflussen kann. Mäuse, die über ihr Wasser mehr Kupfer aufnahmen, verfügten über stärkere Ablagerungen des Metalls in den Blutgefäßen im Gehirn.

Laut dem Team um Rashid Deane wurde durch den verstärkten Kupfer-Konsum die Funktion der Blut-Hirn-Schranke verändert. Es wurde für das Gehirn schwerer das Protein Beta-Amyloid abzubauen. Eines der Kennzeichen von Alzheimer ist die Bildung von Ablagerungen dieses Proteins im Gehirn. Laut Deane führt die Ansammlung von Kupfer im Körper im Laufe der Zeit zu einer negativen Beeinflussung des Systems, das für den Abbau von Beta-Amyloid verantwortlich ist.

Verringerter Abbau von Proteinen

Kupfer führt den Forschern auch dazu, dass größere Mengen dieses Proteins produziert werden. "Es ist ein Doppelschlag, bestehend aus einer erhöhten Produktion und einem verringerten Abbau", sagt Deane. Kupfer sei jedoch für den menschlichen Körper sehr wichtig. Ein Mangel sei aus diesem Grund nicht sinnvoll. Zusätzlich enthielten viele wertvolle Nahrungsmittel dieses Metall. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kupfer könnte jedoch bedeuten, dass man des Guten zu viel tue.

Ganz anderer Meinung ist Chris Exley von der Keele University http://keele.ac.uk . Seiner Ansicht nach gibt es keinen wirklichen Konsens über den Zusammenhang zwischen Kupfer und Alzheimer. Seine Forschungen mit menschlichen Gehirnen sind zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen.

"In unseren neuesten Studien haben wir herausgefunden, dass geringere Kupferwerte im Gehirn mit der Alterung und Alzheimer in Verbindung stehen. Wir haben auch nachgewiesen, dass niedrigere Kupferwerte mit stärkeren Ablagerungen von Beta-Amyloid in Zusammenhang stehen", so Exley.

Derzeit geht der Wissenschaftler davon aus, dass Kupfer eine schützende Wirkung auf das Gehirn haben könnte. Gesichert sei diese Erkenntnis derzeit jedoch noch nicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.rochester.edu

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