Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Häufige Negativschlagzeilen lassen abstumpfen

28.11.2013
Schlechte Laune nach Katastrophen - Gewöhnung durch Wiederholung

Schlagzeilen über Tragödien lassen die Laune von Menschen automatisch absinken und können die kognitiven Fähigkeiten über den ganzen Tag verschlechtern.

Dass die Aufmerksamkeit bei negativen Eindrücken nachlässt, haben Forscher der School of Psychological Sciences der Universität Tel Aviv anhand von Experimenten nun belegt.

Emotionalisierung lässt nach

Die Experten haben Testpersonen eine Reihe von Wörtern gezeigt, die sie einer bestimmten Farbe zuordnen sollten. "In der Regel dauert es länger, negative Worte wie 'Terrorismus' farblich einzuordnen als bei neutralen Wörtern", erklärt Moshe Shay Ben-Haim, Professor an der School of Psychological Sciences. Dieser Trend sei stärker ausgeprägt bei Menschen mit psychischen Leiden, wie Depressionen oder Ängsten.

In einem zweiten Experiment konfrontierten die Forscher den Menschen die negativen Wörter mehrmals. Das Ergebnis fiel anders aus: Schon nach dem zweiten Mal waren die Menschen in der Lage, ohne Verzögerung das negative Wort einzuordnen. Daraus schlossen die Forscher, dass die negativ besetzten Wörter - aber auch negative, schockierende Bilder - durch Wiederholung ihre emotionalisiernde Kraft verlieren.

Thema nimmt an Relevanz ab

Den Wissenschaftlern nach findet eine Art Abstumpfungsreaktion im Gehirn statt. Wenn man das anhand des Beispiels einer Flutkatastrophe betrachtet, ist das Trauma beim ersten Mal viel größer als bei einer mehrfachen Wiederholung. Das betrifft nicht nur die Betroffenen, sondern auch Menschen, die diese Katastrophen medial verfolgen. "Nach mehrfacher Wiederholung nimmt das Thema an Relevanz ab", sagt Psychologin Sarah Springer in Berlin http://psychotherapie-in-prenzlauerberg.de gegenüber pressetext.

Schlechte Laune verlangsamt die Aufmerksamkeit und das Denken von Menschen, das haben psychologische Studien belegt. Wenn die schlechte Laune aber ausführlich gelebt wird, sind die negativen Auswirkungen geringer: "Wenn eine Person etwa über ein Unglück in der Zeitung liest, sollte dieser nicht bloß die Überschriften lesen, sondern den ganzen Artikel", sagt Ben-Haim.

Wer sich ausführlich mit einem negativen Thema befasst, leidet nicht unbewusst den ganzen Tag unter der schlechter Stimmung. Sollten negative Ereignisse oder Erfahrungen allerdings dauerhaft sein, kann es je nach Situation und Person entweder zu einer Gewöhnung oder auch zu einer dauerhaften Belastung kommen, relativiert Psychologin Springer abschließend.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://socsci.tau.ac.il

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise