Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Wohnsiedlungen benötigen mehr Aufmerksamkeit | Investitionsbedarf errechnet

16.01.2015

Das Deutsche Institut für Urbanistik und das Kompetenzzentrum Großsiedlungen untersuchten die Entwicklungsperspektiven großer Wohnsiedlungen

In Deutschland leben acht Millionen Menschen in Großsiedlungen*. Ob Berlin-Hellersdorf, Neue Vahr Bremen, Dresden Gorbitz, Nordostbahnhof Nürnberg oder Buchheimer Weg Köln, zehn Prozent des deutschen Wohnungsbestands - und damit etwa vier Millionen Wohnungen - liegen in solchen großen Siedlungen.

Nach einer neuen Studie, die das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) zusammen mit dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V. erarbeitete, sind diese Siedlungen enorm wichtig für die Städte, denn sie sind meist die Quartiere mit dem preisgünstigsten Wohnraum. Durch Großsiedlungen kann der Bevölkerung bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden, was Einkommensschwächere unterstützt und nicht zuletzt dem sozialen Frieden dient.

Laut der heute in Berlin im Rahmen der Fachkonferenz „Weiterentwicklung großer Wohnsiedlungen“ vorgestellten Studie wird der Investitionsbedarf in den großen Wohnsiedlungen - gemessen an realistischen Zielquoten für die Modernisierung und eventuellen Neubau - für den Zeitraum bis 2030 auf 56 Mrd. Euro geschätzt. Darin sind noch keine Investitionen in die soziale und technische Infrastruktur im Wohnumfeld enthalten. Diesem Bedarf stehen derzeit bereits absehbare Investitionsabsichten mit einem Volumen von 33 Mrd. Euro gegenüber.

Große Wohnsiedlungen haben oft ein schlechtes Image, das mit dem Siedlungsalltag meist wenig zu tun hat. Entgegen ihrer zahlreichen - oft negativen - Darstellung in den Medien, genießen solche Siedlungen noch selten einen hohen Stellenwert in der Stadtentwicklungsplanung. Dies sollte sich ändern. 

Den größten Einfluss haben hierbei die Eigentümer der Siedlungen: die kommunalen und privaten Wohnungsunternehmen, die Genossenschaften sowie Eigentümergemeinschaften und Wohnungseigentümer. Sie sind gefragt, die Wohnsiedlungen als attraktive Lebensräume und Alltagsorte zu entwickeln.

Neben der Erneuerung der Gebäude umfasst dies vor allem auch das Wohnumfeld, die Funktionsmischung oder die Infrastruktur. Auch die Beziehung zur Gesamtstadt muss in der Planung berücksichtigt werden.

Vor dem Hintergrund des angespannten Wohnungsmarktes müssen Gesellschaft, Politik und Investoren künftig auch bestehende Potenziale für Wohnungsneubau (Flächen, Aufstockungen) der Großsiedlungen stärker ins Blickfeld rücken.

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird künftig die barrierearme Gestaltung von Wohnraum und Quartieren in bestimmten Marktsegmenten das zentrale Vermietungsargument werden. Auch die energetische Modernisierung Gebäude bleibt weiterhin notwendig. Gefragt sind hier kostengünstige Lösungen, die ein Erreichen der Energieeinsparziele (EnEV) auch unter schwierigeren Marktbedingungen ermöglichen.

Beauftragt und finanziert wurde die Untersuchung durch den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), den Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (BBS) und den Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) sowie das Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V.

Die gesamten Ergebnisse der Studie werden in einem ausführlichen Bericht dokumentiert. Die Veröffentlichung ist zu Beginn des zweiten Quartals 2015 vorgesehen.

* Unter den Siedlungsbegriff der Studie fallen die in den 1920er bis 1980er Jahren des 20. Jahrhunderten errichteten Wohnquartiere des mehrgeschossigen Mietwohnungsbaus, die mehr als 500 Wohnungen bzw. 1.000 Einwohnern haben.

Ansprechpartner:

Dr. Busso Grabow, Telefon: 030/39001-248, grabow@difu.de
Dipl.-Ing. Ricarda Pätzold, Telefon: 030/39001-190, paetzold@difu.de
Dipl.-Kfm. (FH) Stefan Schneider, Telefon: 030/39001-261, schneider@difu.de

Weitere Infos:

http://www.difu.de/projekte/2013/weiterentwicklung-grosser-wohnsiedlungen.html
http://web.gdw.de/pressecenter/pressemeldungen/2512-die-wohnungswirtschaft-und-d...
http://web.gdw.de/uploads/pdf/Pressemeldungen/PM_01-15_Anhang_grosseWohnsiedlung...
http://www.difu.de/presse


Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut - mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) - bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen GmbH geführten Forschungsinstituts.

Pressekontakte:
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zimmerstraße 15
10969 Berlin
Telefon: 030/39001-208/-209
Telefax: 030/39001-130
E-Mail: wenke-thiem@difu.de
Internet: www.difu.de
Facebook: www.facebook.com/difu.de

Sybille Wenke-Thiem | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie