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Frauen profitieren von Aortenklappen-Implantation mehr als Männer

04.09.2013
Nach Katheter-gestützten Aortenklappen-Implantationen haben Frauen ein um 25 Prozent geringeres Sterblichkeits-Risiko als Männer.

Das zeigt eine Studie aus Coburg, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde. Die Ergebnisse liefern Hinweise dafür, dass TAVI für ältere Frauen mit schwerer symptomatischer Aortenstenose die Therapie der Wahl sein könnte, betonte beim ESC Kongress Studienautor Dr. Mohammad Sherif vom Klinikum Coburg.

In der aktuellen Analyse wurden die Behandlungsergebnisse von insgesamt 1.432 Patienten aus 27 Zentren ausgewertet, die zwischen Jänner 2009 und Juni 2010 im deutschen TAVI Register erfasst wurden. 57,8 Prozent waren Frauen, sie waren zum Zeitpunkt der Ersterfassung durchschnittlich 83 Jahre alt, Männer im Durchschnitt 80 Jahre.

Männer hatten vor Behandlungsbeginn häufiger bereits einen Herzinfarkt hinter sich (22 versus 11,5 Prozent), litten an ausgeprägteren Formen von koronarer Herzerkrankung (36 versus 16 Prozent), waren öfter vorher am offenen Herzen operiert worden (33 versus 14 Prozent), litten häufiger an peripheren Verschlusserkrankungen (37 versus 26 Prozent) und an COPD (28 versus 21 Prozent). Während des TAVI-Eingriffs kam es bei 25,2 Prozent der Frauen zu koronaren Komplikationen, von den Männern waren 17,2 Prozent davon betroffen.

30 Tage nach dem Eingriff lag die Mortalität bei Frauen bei 7,6 Prozent, die von Männern bei 8,6 Prozent, nach einem Jahr betrug die Sterblichkeitsrate bei Frauen 17,3 Prozent, bei Männern 23,6 Prozent. „Bei der 30-Tage-Sterblichkeit liegen die Werte für Männer und Frauen noch nahe aneinander, nach einem Jahr zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Das könnte sich zum Teil durch die höhere Lebenserwartung von Frauen erklären lassen, sowie durch das deutlich geringere Ausmaß von Komorbiditäten“, so Dr. Sherif, der weitere Untersuchungen zu Geschlechterunterschieden bei TAVI, insbesondere in Bezug auf „Patienten mit mittlerem Risiko“, forderte. „Bei Hochrisikopatienten benötigen wir Daten über einen längeren Follow-up-Zeitraum.“

„Es wird nun sehr interessant werden, ob anhand der GARY-Daten (German Aoric Valce Registry)spezifischere Erklärungen möglich sein werden“, verweist DGK-Pressesprecher Prof. Dr. Eckart Fleck auf die größte prospektive Studie zum Thema TAVI.

Quelle: ESC Abstract P5413 - Effect of sex differences on one-year mortality after transcatheter aortic valve implantation for severe aortic stenosis: results from a multi-centre real-world registry

Kontakt:
Pressesprecher der DGK
Prof. Dr. Eckart Fleck
E-Mail: presse@dgk.org
B & K Kommunikationsberatung, Dr. Birgit Kofler: Mobil: 0043 676 6368930;
Büro Berlin: 030 700159676
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8200 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien.

Prof. Dr. Eckart Fleck | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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