Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wer entscheidet über Bildung?

26.01.2010
Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen in Europa/Universität Tübingen koordiniert internationale Studie

Bildung spielt eine zentrale Rolle in der Zuweisung von Lebenschancen und prägt Lebensverläufe bereits in jungen Jahren. Allerdings sind Zugangschancen zum Bildungssystem ungleich verteilt, Bildung ist ohne Unterstützung für die wenigsten Kinder und Jugendlichen zu bewältigen, und es ist immer weniger selbstverständlich, welche Bildung wichtig ist und wofür.

Solche Themen behandelt das auf drei Jahre angelegte europäische Forschungsprojekt "Governance of Educational Trajectories in Europe" (GOETE), das am 1. Januar 2010 begonnen hat. Im Zentrum steht die Frage, welche Akteure und welche Entscheidungsprozesse die Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen vom Ende der Grundschule bis zum Beginn einer Berufsausbildung oder allgemeinbildenden Oberstufe maßgeblich bestimmen. Das GOETE-Projekt wird von der Universität Tübingen unter Leitung von Privatdozent Dr. Andreas Walther vom Institut für Erziehungswissenschaft koordiniert. An dem Projekt sind Partnerinstitute aus sieben weiteren europäischen Ländern beteiligt: Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen und Slowenien. Es wird im 7. Rahmenforschungsprogramm der EU mit 2,7 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen einer offiziellen Auftaktveranstaltung am 29. Januar 2010 von 9.15 bis 12.30 Uhr, im Schloss Hohentübingen wird das Forschungsprojekt präsentiert. Diese Veranstaltung ist für Interessierte und Vertreter der Medien öffentlich (Anmeldung erbeten).

Um die vielfältigen Wechselbeziehungen und Entscheidungsprozesse zu untersuchen, die individuellen Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen zugrunde liegen, verbindet das Forschungsprojekt verschiedene Untersuchungsmethoden in einem umfangreichen Forschungsprogramm: z.B. Fragebogenerhebungen mit Schülern, Eltern und Schulleitungen; qualitative Fallstudien an ausgewählten Schulen oder Experteninterviews mit Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Der internationale Vergleich erlaubt einerseits zu untersuchen, welche Probleme des Bildungssystems allgemeine Merkmale moderner Wissensgesellschaften sind. Andererseits kann er dazu beitragen, von den anderen Bildungssystemen zu lernen sowie eigene Deutungs- und Handlungsmuster in Frage zu stellen. Die Ergebnisse des GOETE-Projektes sollen dazu beitragen, die Zugänge von Kindern und Jugendlichen zu Bildung zu erweitern und zu erleichtern, die Bewältigung von Bildungsprozessen besser zu unterstützen und Verständigungsprozesse - auch mit den Schülerinnen und Schülern - darüber anzuregen, welche Bildungsinhalte wofür wichtig sind.

Hintergrund des Projekts ist die zunehmende öffentliche Diskussion über Bildungsprobleme, die nicht nur Bildungschancen und Bildungszugang betreffen. Häufig fehlende Basiskompetenzen in Bezug auf Lesen und Rechnen und hohe Quoten von Schulabbrechern stellen die Effektivität des Bildungssystems in Frage. Die Überforderung von Schülern und Schülerinnen, Eltern und Lehrpersonen wächst. Probleme wie Armut, psychische und physische Gewalt oder Gesundheitsrisiken werden in das Bildungssystem hereingetragen. Damit stellt sich die Frage, wer über Bildung und Bildungsverläufe entscheidet, wer welche Interessen und Ziele verfolgt und wer über welche Macht im Bildungssystem verfügt. Vertreter der Bildungspolitik, der Wirtschaft, der Schulen und Schulämter, der kommunalen Sozialverwaltung und der Jugendhilfe beeinflussen durch ihre Entscheidungen die Bildungslandschaft und die Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen. Diese und ihre Eltern müssen aber zunehmend selbst Entscheidungen treffen und verantworten. Welche Prozesse hier wie miteinander zusammenhängen, ist bislang weitgehend ungeklärt.

Kontakt:
PD Dr. Andreas Walther
Institut für Erziehungswissenschaft, Münzgasse 11, 72070 Tübingen,
Tel. 07071/2976968
E-Mail: coordination@goete.eu
Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Abteilung Presse und Forschungsberichterstattung
Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 o 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 o 29 o 7 67 89 o Fax: 0 70 71 o 29 o 5566
E-Mail: michael.seifert@uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften