Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiewende bewirkt Vermögenstransfer von Atomkonzernen zu Unternehmen der erneuerbaren Energien

11.08.2011
Der deutsche Atomausstieg hat nicht wie befürchtet zu einer Wertvernichtung größeren Ausmaßes in der deutschen Volkswirtschaft geführt.

Die Kursgewinne in der Branche der erneuerbaren Energien konnten die Verluste der Atomkonzerne annähernd kompensieren. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) heute veröffentlicht hat. Die Untersuchung zeigt auch, dass Österreichs Energiekonzerne die Hauptprofiteure der deutschen Energiewende im benachbarten Ausland sind.

Während die um allgemeine Bewegungen des Marktes korrigierten Kurse der großen Energiekonzerne in den ersten 20 Handelstagen nach der Katastrophe von Fukushima um 3,5 Prozent zurückgegangen sind, haben die börsennotierten Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien im gleichen Zeitraum eine marktbereinigte Kursteigerung um rund 18 Prozent erfahren. Aufgrund ihrer erheblich höheren Marktkapitalisierung fiel der Wertverlust der Atomkonzerne jedoch insgesamt etwas höher aus als der Zugewinn bei den erneuerbaren Energien.

Die Analyse der Kursentwicklungen in den europäischen Nachbarländern zeigt, dass die Märkte auf Österreichs Stromkonzerne als Gewinner des deutschen Atomausstiegs setzen. Das deckt sich mit der Einschätzung der österreichischen Regulierungsbehörde, die steigende Preise, eine höhere Kapazitätsauslastung und verbesserte Gewinnaussichten der heimischen Energieversorger erwartet hatte. Marktbereinigt konnten die Kurse dieser Unternehmen in den ersten 20 Handelstagen nach der Atomkatastrophe in Japan um mehr als 15 Prozent zulegen. Anders sieht es bei der französischen Konkurrenz aus, die laut Staatspräsident Sarkozy künftig in größerem Umfang Atomstrom nach Deutschland exportieren würden. Die Märkte teilten diese Einschätzung offenbar nicht, denn bei Frankreichs Energiekonzernen ließen sich keine nennenswerten Kurseffekte beobachten.

Dass eine Energiewende nach deutschem Vorbild auch in anderen Ländern ohne größere Wertvernichtung umsetzbar wäre, lässt sich anhand der Studie nicht belegen. "In Deutschland ist der Sektor der erneuerbaren Energien seit Jahren gut aufgestellt, nicht zuletzt dank erheblicher finanzieller Unterstützung. Unser Land war auf die Energiewende deshalb vergleichsweise gut vorbereitet", sagt IZA-Experte Ulf Rinne.

Die Studie ist in englischer Sprache online abrufbar:
André Betzer, Markus Doumet, Ulf Rinne
How Policy Changes Affect Shareholder Wealth: The Case of the Fukushima Daiichi Nuclear Disaster
IZA Discussion Paper No. 5896
http://ftp.iza.org/dp5896.pdf
Pressekontakt:
Dr. Ulf Rinne
Tel.: (0228) 3894-528
E-Mail: rinne@iza.org

Mark Fallak | idw
Weitere Informationen:
http://ftp.iza.org/dp5896.pdf
http://www.iza.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie