Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie effektiv steuern Unternehmen gegen die Krise?

12.08.2009
Aktuelle Studie des Fraunhofer IAO identifiziert zentrale Kriterien für Entscheidungsprozesse in Krisenzeiten: Neben konsequentem Daten-Monitoring ist die Qualität der Interaktion und Kommunikation von Führungskräften ausschlaggebend.

Klar ist: Wirtschaftliche Turbulenzen erfordern entschlossenes unternehmerisches Handeln. Offen hingegen ist: Mit welchen Steuerungsinstrumenten können die notwendigen Beschlüsse im Managementteam effektiv und effizient erzielt werden?

Diese Frage stand im Fokus der jüngsten Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, die von Mai bis Juni dieses Jahres durchgeführt wurde. Im Rahmen der Online-Studie "Turbulenz-Management" wurden Geschäftsführer und Entscheider sowie Verantwortliche für interne und externe Kommunikation befragt.

Große Einigkeit der Befragten besteht darin, dass Entscheidungen schneller, flexibler und über einen effizienteren Austausch mit internen und externen Anspruchsgruppen getroffen werden sollen. Schwierige Entscheidungen müssen transparent und nachvollziehbar begründet werden, so das einhellige Urteil von rund 90 Prozent der Teilnehmer.

Lenkbewegung muss dynamisch den Kurvenverlauf reflektieren

Dabei ist das Leuten der Alarmglocken in diesen Zeiten nicht mehr zu überhören: So stellen zwei Drittel der Befragten negative Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf die eigene Branche fest. Zwar kommen laut der Studie beim aktiven "Gegensteuern" Rationalisierungsprozesse, intensiveres Monitoring, Controlling und Reporting zum Einsatz. Doch das scheint nicht mehr auszureichen - 80 Prozent der Teilnehmer sehen einen Veränderungsbedarf in der Unternehmenssteuerung und 58 Prozent im Bereich des Risikomanagements. Laut Aussagen von drei Vierteln der Studienteilnehmer würden hier durchaus finanzielle Mittel für neue Managementinstrumente und -maßnahmen zur Verfügung stehen.

Die "gefühlte" Stimmung aktiv mitgestalten

Strategische Kommunikation wird für die Wahrnehmung des Unternehmens nach innen und nach außen ebenfalls als entscheidend betrachtet. Allerdings wird die aktuelle Berichterstattung von knapp der Hälfte der Befragten als negativ bewertet. Dennoch können mit Hilfe gezielter und gestaltender Kommunikation auch in diesen Zeiten neue Perspektiven geschaffen werden, dafür sprechen sich rund 70 Prozent der Befragten aus. Neben der medialen Kommunikation ist in Krisenzeiten der direkte Dialog mit allen internen und externen Bezugsgruppen von besonderer Bedeutung. 48 Prozent der Studienteilnehmer befürworten vollständig die unverzügliche und einstimmige Kommunikation, beispielsweise um schädliche Gerüchte und Spekulationen zu verhindern und einzudämmen, 36 Prozent stimmen dieser Aussage teilweise zu.

Das persönliche Gespräch ist unersetzlich

Knapp 80 Prozent der befragten Manager sprechen sich für den direkten Dialog aus, um für Verständnis und Vertrauen in Entscheidungen zu werben. Dem Votum, eine kollaborative Unternehmenskultur zu fördern, um die Zusammenarbeit unter Kollegen zu verbessern, folgen rund 61 Prozent. Gut die Hälfte der Teilnehmer möchte den Mitarbeiterkontakt und den Wissensaustausch fördern. Zustimmung in Krisenzeiten erhalten auch das eher klassische Berichtswesen und Reporting Systeme. Auffallend hingegen: Zumindest die befragten Führungskräfte zeigen sich noch skeptisch gegenüber Social Software und Business Intelligence Systemen.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass neben dem verbesserten Einsatz von wirkungsvollen Steuerungsinstrumenten vor allem in der Optimierung der Führungskräftekommunikation noch Handlungspotenzial gesehen wird," so Prof. Spath, Institutsleiter des Fraunhofer IAO. "Oder vereinfacht ausgedrückt: das Management muss sich in Zeiten des permanenten Wandels schneller an Fakten, aber auch Kollegenmeinungen orientieren können, um selbst Orientierung nach innen und außen geben zu können."

Vorhandene Monitoring- und Steuerungssysteme müssen ständig den neuesten technologischen und wirtschaftlichen Trends sowie den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden. "Insbesondere, wenn eine Kurskorrektur des Unternehmens unvermeidlich ist, müssen Chancen und Risiken zügig erkannt werden", so Professor Spath. "Nach wie vor werden aber viele Veränderungsprozesse durch ungenutzte Kollaborationstechniken und schlecht koordinierte Kommunikation eher torpediert als unterstützt".

Mehr Informationen zum Thema Standortbestimmung zur realen Handlungskompetenz bei der Entscheidungsfindung in komplexen Situationen und Techniken zur ihrer Verbesserung finden Sie unter: www.turbulenz-management.de.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Josephine Hofmann
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2095, Fax +49 711 970-2299
josephine.hofmann@iao.fraunhofer.de

Claudia Garád | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.turbulenz-management.de
http://www.iao.fhg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics