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Diabetes-Medikament optimiert Krebs-Impfstoffe

04.06.2009
Metformin verbessert die Wirksamkeit der T-Zellen

Ein verbreitetes Medikament gegen Diabetes könnte die Wirksamkeit von Impfstoffen gegen Krebs verbessern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der McGill University und der University of Pennsylvania gekommen.

Tests mit Mäusen haben gezeigt, dass Metformin den T-Zellen hilft, besser zu arbeiten. Metformin wird normalerweise zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. T-Zellen "erinnern" sich an frühere Infektionen oder Impfungen und können so folgende Erkrankungen besser abwehren. Die Wissenschaftler schreiben in Nature, dass das Medikament diese wichtige Gedächtnisfunktion der Zellen zu verbessern scheint.

Dieses Erinnern an Krankheiten war bereits vielfach Gegenstand der Forschung. Es gab bisher jedoch nur wenige Erkenntnisse über die grundlegenden zellularen Mechanismen. Das Team nutzte jetzt einen Impfstoff gegen Krebs, der erst getestet wird. Wurde er Mäusen verabreicht, schien das Diabetes-Medikament die Wirksamkeit der Impfung zu erhöhen.

Mehrere Studien haben in den vergangenen Jahren nachgewiesen, dass Diabetiker eher an bestimmten Formen von Krebs erkranken. Der genaue Zusammenhang ist derzeit noch nicht erforscht. Typ-2-Diabetes steht zum Beispiel auch mit Übergewicht in Verbindung. Es gibt jedoch anscheinend Ähnlichkeiten bei den grundlegenden chemischen Reaktionen, die eintreten, wenn Zellen von einer der beiden Krankheiten betroffen sind. Laut Russell Jones vom McGill's Goodman Cancer Centre, einem der Autoren der Studie, spielen viele Gene, die bei der Regulierung von Diabetes wichtig sind, auch eine Rolle beim Verlauf einer Krebserkrankung.

Laut Jones ist die aktuelle Studie die erste, die nahelegt, dass durch das Abzielen auf die gleichen Stoffwechselwege, die eine Rolle bei Diabetes spielen, auch die Funktionen des Immunsystems verändert werden können. Impfstoffe gegen Krebs befinden sich laut BBC noch immer in einem frühen Forschungsstadium. Idealerweise sollten sie nicht nur die Krankheit stoppen, sondern auch ihre Entstehung verhindern können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mcgill.ca
http://www.upenn.edu

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