Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland 2030: Mehr Autos, weniger Menschen

26.08.2013
Obwohl in Deutschland im Jahr 2030 voraussichtlich weniger Menschen als heute leben werden, wird der Bestand an privaten Kraftfahrzeugen höher sein.

Dies liegt zum einen an der steigenden Zahl von Haushalten, zum anderen an voraussichtlich steigenden Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle RWI-Studie auf Grundlage von Daten des Deutschen Mobilitätspanels.

Im Jahr 2030 wird es in Deutschland trotz sinkender Bevölkerungszahlen voraussichtlich mehr private Kraftfahrzeuge geben. Obwohl die Zahl der in Deutschland lebenden Personen wohl bis 2030 um 4,7% auf etwa 77,4 Millionen sinken wird, dürfte die Zahl privater PKWs in Deutschland um rund 3,9% auf 44,8 Millionen steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine RWI-Studie zum Einfluss der Bevölkerungsentwicklung auf den künftigen PKW-Bestand privater Haushalte.

Ein wesentlicher Grund für die steigende PKW-Anzahl ist nach Einschätzung der Wissenschaftler, dass die Zahl der Haushalte trotz des Bevölkerungsrückgangs weiter zunehmen dürfte. Tatsächlich steigt sie seit Jahrzehnten: Wurden nach der Wiedervereinigung im Jahr 1991 rund 35,3 Millionen Haushalte gezählt, waren es im Jahr 2012 bereits 40,4 Millionen. Im Jahr 2030 könnten es Prognosen zufolge 41 Millionen sein.

Mit der steigenden Zahl an Haushalten nimmt gleichzeitig die durchschnittliche Zahl an Personen pro Haushalt ab. Zwar besitzen kleinere Haushalte im Vergleich zu größeren Haushalten weniger Autos. Dieser Effekt wird jedoch durch eine zunehmende Anzahl an kleinen Haushalten kompensiert.

PKW-Bestand steigt nur, wenn die Einkommen wachsen

Neben der wachsenden Zahl an Haushalten sorgen auch steigende Einkommen für einen höheren PKW-Bestand der privaten Haushalte. So liegt der Schätzung von rund 44,8 Millionen privater PKW im Jahr 2030 die Annahme zugrunde, dass die Einkommen der Haushalte im Schnitt um 0,8% pro Jahr steigen. Sollten die Einkommen künftig jedoch stagnieren, ergeben die Simulationen einen privaten PKW-Bestand im Jahr 2030 von rund 41,7 Millionen. Er läge damit unter dem aktuellen Fahrzeugbestand.

Für die Studie wurden Daten des Deutschen Mobilitätspanels verwendet, das im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Informationen erhebt wann, wozu und mit welchem Verkehrsmittel die Menschen in Deutschland unterwegs sind. Sie basiert auf Angaben von mehr als 5000 Haushalten in den Jahren 1999 bis 2009. Zudem flossen Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft und des Statistischen Bundesamts in die Untersuchung ein.

Ihre Ansprechpartner dazu:

Prof. Dr. Colin Vance, Tel.: (0201) 8149-237
Katharina Brach (Pressestelle), Tel.: (0201) 8149-244
Dieser Pressemitteilung liegt Ruhr Economic Paper #385 („Do Fewer People Mean Fewer Cars? – Population Decline and Car Ownership in Germany“) zugrunde. Es ist unter http://www.rwi-essen.de/rep/ als pdf-Datei erhältlich. Der Beitrag ist zudem in der Fachzeitschrift „Transportation Research Part A: Policy and Practice“, Volume 50, S. 74-85 erschienen.

Katharina Brach | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/513/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten