Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carsharing-Verbraucher-Studie

25.02.2013
Interesse an der Nutzung eines Fremdfahrzeugs höher als das eigene Auto an andere zu vermieten / Eine Befragung potentieller Carsharing-Nutzer von morgen

Automobilhersteller erkennen das Carsharing als neues Geschäftskonzept, zusätzliche Einnahmequelle und einen weiteren Weg, ihre Kunden neu an sich zu binden. Das 60 Jahre alte Konzept hat sich in den letzten Jahren innovativ verändert, und es sind neue Geschäftsmodelle entstanden, wie etwa das Einweg-Carsharing, das Carsharing für Hin- und Rückstrecke und das private Carsharing, das so genannte Peer-to-Peer Carsharing. Dennoch bleibt bei Autofahrern und Reisenden, die keine Mitglieder eines Carsharing-Verbundes sind, weiterhin viel Potenzial ungenutzt.

In einer kürzlich abgeschlossenen Verbraucherbefragung (engl. Voice of the Customer, VoC), analysierte Frost & Sullivan (www.automotive.frost.com) das Feedback von Verbrauchern, die keine Carsharing-Mitglieder sind, in ausgewählten europäischen Städten in Frankreich, Deutschland und Grossbritannien.

Im Rahmen der VoC-Studie wurden 2348 Teilnehmer in den vier wichtigsten Städten der jeweiligen drei Länder befragt. Ziel war, Informationen zu den folgenden Aspekten zu erhalten: Verkehrsmittelnutzung, Pendlerprofile, Interesse an Carsharing, Erwartungen an Carsharing, Zahlungsbereitschaft für dieses Serviceangebot und Analyse des künftigen Bedarfs.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für das private, oder P2P-, Carsharing in seiner Anfangsphase befindet und sich voraussichtlich parallel zum traditionellen Carsharing entwickeln wird. Das Interesse an der Nutzung eines Fremdfahrzeugs ist höher als das Interesse, das eigene Auto anderen auf Mietbasis zur Verfügung zu stellen. Überraschenderweise besteht eine Wechselbeziehung zwischen dem Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Carsharing-Verbund und dem Interesse, das eigene Auto jemand anderem kurzzeitig zu vermieten.

Bei Abschluss der Studie stuften fast 38 Prozent der Befragten das Carsharing als wichtig/sehr wichtig für ihre Mobilitätsbedürfnisse ein. Auf Grundlage eines optimalen Carsharing-Modells, wie es auf Basis der 'Adaptive Choice Based Conjoint (ACBC)'-Analyse im Laufe dieser Umfrage definiert wurde, kann man bei einer Stadt wie Berlin von einem Potenzial von bis zu 180.000 Mitgliedern ausgehen.

Die in der Umfrage gesammelten Informationen kann man unter den nachfolgenden fünf Ergebnissen zusammenfassen:

Möglichst schon im jungen Alter als Kunde gewinnen: Personen im jungen Alter (zwischen 25 und 34 Jahren) und gut ausgebildete Arbeitnehmer, die nur selten ein Auto nutzen oder eines besitzen, haben ein hohes Interesse an Carsharing, wobei Studenten mit rund 31 Prozent ein verhältnismäßig grosses Interesse haben.

Carsharing soll parallel zum öffentlichen Personenverkehr bestehen: Obwohl die Befragten das Carsharing als eine flexible und einfache Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wahrnehmen, sind sie zur Nutzung nur dann bereit, wenn beide Verkehrsträger verknüpft werden. Die meisten Befragten bevorzugen einen kommunalen Verkehrsbetrieb als Carsharing-Betreiber und erwarten, dass Carsharing-Parkplätze an den Stationen des öffentlichen Personenverkehrs bereitgestellt sind.

Immer mehr städtische Fahrzeugbesitzer verzichten nach Beitritt zum Carsharing auf ihre Fahrzeuge: Etwa 40 Prozent der derzeitigen Wagenhalter mit einem Fahrzeug werden voraussichtlich auf ihr Fahrzeug verzichten, sobald sie Mitglied eines Carsharing-Verbunds geworden sind. Etwa 60 Prozent der Befragten, die kein Auto besitzen, erwägen keinen Autokauf zusätzlich zu ihrer Carsharing-Mitgliedschaft.

Einweg-Carsharing mit ausgewogenem Preis- und Betriebsmodell ist das Konzept der Zukunft: Das Einweg-Carsharing-Modell mit einem Fahrzeug mit Benzinmotor und vier Sitzen, das an Abhol-/Abgabestationen innerhalb von 200 Metern bereitsteht, erhält mit 16,2 Prozent die höchste Zustimmung der Befragten. Obwohl das zukunftsfähige Konzept zu einem Preis von 15,50 Euro pro Stunde gerechnet werden kann, könnte ein weiterer Preisnachlass auf zwischen 7,00 und 11,00 Euro möglicherweise für einen erhöhten Marktanteil sorgen.

Rückkehr zu den Grundlagen des Marketings – Bekanntheit sorgt für Akzeptanz: Nur einer von vier Nichtmitgliedern kennt das Carsharing-Konzept, und nur 28 Prozent sind an einer Mitgliedschaft interessiert. Das Carsharing-Konzept ist für etwa 38 Prozent der interessierten Befragten wichtiger und attraktiver geworden, nachdem ihnen das Konzept ausführlich vorgestellt worden war.

Über die Studie:
Für die Studie wurde das 'Adaptive Choice Based Conjoint'-Verfahren (ACBC) angewendet, welches Simulationen von Carsharing-Modellen ermöglicht und die jeweils zugehörigen Preise und Marktanteile generiert. Die Umfrage wurde in den folgenden Städte durchgeführt: Paris, Lyon, Marseille und Toulouse in Frankreich; Berlin, München, Hamburg und Köln in Deutschland; London, Manchester, Birmingham und Edinburgh in Grossbritannien.

Frost & Sullivan erwartet, dass das traditionelle Carsharing in 2013 weltweit ca. 3 Millionen Mitglieder und 70.000 Fahrzeuge umfassen wird. Bis 2020 wird es voraussichtlich auf das Neunfache anwachsen mit 26,2 Millionen Mitgliedern weltweit. Das aufkommende private Carsharing, welches in 2010 von 13 Unternehmen angeboten wurde, erlebte ein Wachstum von 85-90 Prozent innerhalb eines Jahres auf 24 Marktteilnehmer in 2011.

Urban Mobility 3.0 – New Urban Mobility Business Models Vom 19. – 20. Juni 2013 veranstaltet Frost & Sullivan seinen vierten jährlichen Workshop ‘Urban Mobility 3.0’, der im englischen Parlament und im Siemens Crystal Building in London stattfinden wird. Die Parlamentsdebatte am ersten Veranstaltungstag wird von britischen Abgeordneten und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft geführt. Tag 2 der Veranstaltung wird aus fünf verschiedenen Diskussionsrunden bestehen und sich auf Megatrends und ihre Auswirkungen auf Mobilität und zukünftige Geschäftsmodelle fokussieren, wie zum Beispiel Mobility Integration, Carsharing, neue Fleet- bzw. Leasingmodelle, Logistik in urbanen Gebieten, Online-Vertrieb, die Zukunft des öffentlichen Personenverkehrs, mit u.a. Hochgeschwindigkeitszügen, Schnellbussystemen, Hybrid- und Elektrobussen sowie autonomes Fahren und Trends in der Infrastruktur.

Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist der globale Partner für Unternehmen, wenn es um Wachstum, Innovation und Marktführung geht. Die Dienstleistungen Growth Partnership Services und Growth Consulting helfen dem Kunden, innovative Wachstumsstrategien zu entwickeln, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen. Seit 50 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile mehr als 40 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche. Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.
Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com
http://www.frost.com
www.twitter.com/FrostSullivanDE

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://www.urbanmobility.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Geregelter Nano-Aufbau

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics