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Blutdruck-Medikament wirkt gegen Alzheimer

14.01.2010
Zahl der Erkrankungen soll bis 2050 weltweit auf 115 Mio. steigen

Wissenschaftler der Boston University School of Medicine gehen davon aus, dass ein Medikament gegen hohen Blutdruck zur Behandlung von Alzheimer wirksamer sein könnte als bisher angenommen.

Patienten, die Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs) einnahmen, erkrankten um bis zu 50 Prozent weniger wahrscheinlich an einer Demenz als jene, die andere Medikamente zur Regulierung des Blutdrucks erhielten. In Kombination mit einem anderen Medikament schützten die ARBs sogar gegen eine weitere Verschlechterung bei bereits Erkrankten. Details der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

Für die Studie wurden die Daten von 800.000 Männern ausgewertet. Erste Ergebnisse wurden vor zwei Jahren präsentiert. Weitere Untersuchungen weisen darauf hin, dass ARBs, die normalerweise nur verschrieben werden, wenn die normalen ACE-Hemmer nicht mehr vertragen werden, einen größeren Schutz bieten als bisher angenommen. Die Suche nach einem wirksamen Schutz gegen Alzheimer und zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs läuft auf Hochdruck. Die Anzahl der Erkrankungen soll laut BBC bis 2050 weltweit auf 115 Mio. ansteigen.

Schädigung der Blutgefäße

Bluthochdruck über einen langen Zeitraum kann zu einer Schädigung der Blutgefäße führen. Damit steigt nicht nur das Risiko für Schlaganfälle und Herzerkrankungen, sondern auch das einer Demenz-Erkrankung. Einige Demenzformen stehen in einem direkten Zusammenhang mit dem Zustand der Arterien, die das Gehirn versorgen. Es wird jedoch auch angenommen, dass der Blutdruck bei Alzheimer eine Rolle spielt. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 800.000 Menschen, 98 Prozent waren Männer, die zwischen 2002 und 2006 gegen hohen Blutdruck behandelt wurden.

Kombination mit ACE-Hemmern senkt Risiko weiter

Jene, die ARBs nahmen, verfügten über eine 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit der Diagnose einer Demenz. Wurden sie in Kombination mit ACE-Hemmern eingenommen, verringerte sich das Risiko weiter. Bei einer bereits diagnostizierten Erkrankung, sank die Wahrscheinlichkeit einer Einweisung in ein Pflegeheim oder eines vorzeitigen Todes um 67 Prozent. Die genauen Grundlagen für diese Wirkung der Medikamente sind derzeit noch nicht erforscht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie helfen, eine Schädigung der Nervenzellen durch die beeinträchtigten Blutgefäße zu verhindern oder auch die Wiederherstellung der Nervenzellen nach einer Schädigung unterstützen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bumc.bu.edu
http://www.bmj.com

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