Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besser mit- als gegeneinander: Nutzung und Naturschutz im Wald

29.10.2009
Umfassende Studie erhebt Auswirkungen der FFH-Richtlinie auf die Forstwirtschaft und zeigt effziente Umsetzungwege auf

Zum 1. November startet ein Verbundprojekt, das die ökonomischen Auswirkungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) auf die Forstwirtschaft bewertet und besonders effiziente Maßnahmen zu deren Umsetzung identifiziert.

Die Projektpartner, die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA), das Johann-Heinrich von Thünen Institut (vTI) und das Beratungsunternehmen Becker, Borchers, Wippel analysieren dazu bestehende FFH-Managementpläne und machen Vorschläge für deren Optimierung.

Gefördert wird das zweijährige Vorhaben mit 418.000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Von dem Vorhaben werden wichtige Erkenntnisse für die "Waldstrategie 2020" des BMELV erwartet.

Schätzungen des vTI gehen davon aus, dass etwa 17 Prozent der Waldfläche in Deutschland als FFH-Gebiete ausgewiesen wurden. Die Schutzgebiete sollen insbesondere dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen, haben unter Umständen jedoch nicht unerhebliche Folgen für die betroffenen Waldbesitzer, die zum Beispiel weniger Holz einschlagen dürfen. Den Umfang der tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen durch höheren Aufwand oder geringere Holzernte genau zu quantifizieren, ist eine wesentliche Aufgabe der geplanten Studie. Es wird schon seit längerem diskutiert, die Naturschutzleistungen der Forstwirtschaft finanziell zu kompensieren, bislang fehlten jedoch entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen, um diese Forderungen mit konkreten Zahlen zu untermauern.

Ein weiteres Ziel des Vorhabens ist es, besonders kosteneffiziente Maßnahmen herauszuarbeiten, um bei möglichst gerin¬gem Aufwand möglichst viel für Natur und Gesellschaft zu erreichen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Erstellung von FFH-Managementplänen zur effizienten Umsetzung der Schutzziele künftig deutlich zu erleichtern. Die Projektnehmer wollen so den Dialog zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz nicht nur versachlichen, sondern auch konstruktiver gestalten.

Funktioniert der Kompromiss aus Nützen und Schützen, bringt dies Vorteile für beide Seiten: Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird gebremst, ohne Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft zu gefährden. Zugleich ist die Produktion des aus Umwelt- und Klimaschutz-Sicht wohl vorteilhaftesten Roh- und Brennstoffes Holz gesichert.

Nicht zuletzt die Ergebnisse der aktuellen "Inventurstudie 2008" zeigen, dass eine gestiegene Holznachfrage und eine nachhaltige Waldwirtschaft kein Widerspruch sein müssen. Laut der Erhebung ist der Holzvorrat in Deutschland seit dem Jahr 2002 weiter gewachsen, Auch die ökologisch bedeutsamen Mischwaldanteile und der Altersklassenaufbau haben sich kontinuierlich weiter verbessert.

Weitere Informationen zum Projekt stehen in Kürze auf www.fnr.de in der Projektdatenbank unter den Förderkennzeichen 22005609, 22017609 und 22005509 zur Verfügung.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise