Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum Berlin eine Lab-Metropole ist … und Digitalarbeiter soziale Orte brauchen

09.08.2013
Zwei Studien des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) erklären den Erfolg von Innovations- und Kreativlaboren (Labs) und Coworking Spaces in Berlin. Die offenen, flexiblen und kommunikativen Arbeitsorte wie z.B. „betahaus“ sind Ausdruck einer sich wandelnden Arbeitswelt und einer zunehmenden Öffnung von Organisationen und Innovationstätigkeiten.

„Gerade in Berlin florieren diese temporär nutzbaren Arbeitsorte, was sowohl an der großen Attraktivität der Stadt für Gründer und Freiberufler liegt als auch an der Verfügbarkeit von Räumen“, sagt Verena Brinks, die an beiden Studien mitgearbeitet hat. „Labs bieten zudem Schnittstellen für kreatives Arbeiten und Freiräume für unkonventionelles Testen und Experimentieren innovativer Ideen.“

Dr. Suntje Schmidt und Verena Brinks erstellten in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine umfassende Aufstellung der Berliner Lab-Szene. Als „Labs“ qualifizieren sich kooperative Arbeitsorte wie z.B. Grassrootlabs oder Co-Working Labs, die oft aus einer do-it-yourself Initiative entstanden sind.

Gemeinsames Praktizieren, Entwickeln und Testen stehen im Fokus. Demgegenüber gibt es aber auch solche Labs, die von Unternehmen oder Forschungseinrichtungen als Think Tanks und als Orte für die Umsetzung von Open Innovation Prozessen eingerichtet werden. Grundlegendes Kennzeichen ist ihre interdisziplinäre und branchenübergreifende Ausrichtung.

„Von einer Hacker-Werkstatt über Mietschreibtische in einem Büroloft bis hin zu professionellen Medien-Lab bietet Berlin eine sehr große Bandbreite dieser neuen Arbeitsorte“, fasst Schmidt zusammen. Diese Labs stehen in engem Zusammenhang zu neuen wirtschaftlichen Entwicklungen in der Stadt. Sie stützen Innovationsprozesse, indem sie Experimentierfelder für neue Ideen darstellen und Unternehmensgründungen fördern.

„Der große Erfolg von Initiativen wie die Open Design City, das Aufbauhaus und die T-Labs hat zudem zu selbstverstärkenden Effekten geführt und die Gründung ähnlicher Kreativorte angeregt oder Global Player wie Google, die Bertelsmann AG oder die Otto Group veranlasst, in Berlin Kreativlabs einzurichten“, so Schmidt.

Neben Angestellten von Unternehmen oder Forschungs- und Kultureinrich-tungen nutzen vor allem Selbstständige und Freiberufler die gemeinschaftlichen Arbeitsorte. Insbesondere im Umfeld von Digitalarbeitern wie Designern, Programmierern, Journalisten oder Medienspezialisten haben sich „Coworking Spaces“ etabliert. „Obwohl die Arbeit vor allem an PCs und im Netz stattfindet, suchen die Menschen gemeinsame physische Orte zum Arbeiten auf.

„Die Arbeitstätigkeit wird bewusst als soziales Ereignis inszeniert. Nebenbei entstehen neue Kontakte, die zwar vielfach nicht direkt professionell genutzt werden können, aber das eigene Netzwerk vergrößern“, hat Brinks herausgefunden. „Informelle Begegnungen stimulieren die Kreativarbeiter und sorgen für ein Gleichgewicht von Kernarbeit und Netzwerkarbeit. Die Arbeit im Coworking Space ist daher in erster Linie eine rationale Entscheidung für Freiberufler oder Einzelunternehmer.“

Berlin verfügt über eine große Vielfalt wirtschaftlicher Aktivitäten, einer breit aufgestellten Kreativwirtschaft, und Strukturen sowie eine hohe Dichte an Ausbildungsstätten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus scheint Berlin sich das Image einer „Freelancer Met-ropole“ und als „Place to be“ aufgebaut zu haben. „Förderlich ist hierbei eine Kultur der Offenheit, Neugierde und gemeinschaftlichen Zusammenarbeit über Organisations- und Branchengrenzen hinweg“, fasst die Berliner Innovations- und Kreativlabs Studie zusammen.

Die komplette Studie zum Download:
http://www.berlin.de/projektzukunft/fileadmin/user_upload/pdf/studien/130626
_Innovations-_und_Kreativlabs_in_Berlin_-_eine_Bestandsaufnahme.pdf

Torsten Thurmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.irs-net.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie