Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie lassen sich erneuerbare Energien in Entwicklungsländern stärker nutzen?

12.12.2007
Gemeinsame Presseinformation mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Studie zeigt Möglichkeiten des Clean Development Mechanism

Viele weniger entwickelte Länder verfügen über beachtliche, bislang jedoch noch nicht ausgeschöpfte Potentiale zur Nutzung erneuerbarer Energien. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag des Bundesumweltministeriums sowie des Umweltbundesamtes. Die Studie untersuchte die Rolle des Clean Development Mechanism (CDM) im Bereich der erneuerbaren Energien - speziell an den Beispielen Ägypten und Thailand. CDM ist ein im Kyoto-Protokoll verankertes Instrument zur Minderung von Treibhausgasen in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Das Ergebnis der Studie: Beide Länder haben große Potentiale, erneuerbare Energien stärker zu nutzen. Es gibt jedoch einige Hemmnisse - etwa monopolistische Energiemärkte oder ein nicht garantierter Netzzugang für unabhängige Energieanbieter. Damit sind Ägypten und Thailand typisch für viele andere weniger entwickelten Länder.

Das Kyoto-Protokoll fordert von den Industriestaaten eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Um auch die weniger entwickelten Länder in den Klimaschutz mit einzubeziehen, sollen CDM-Projekte Emissionsminderungen in den Entwicklungsländern fördern und einen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen Energiewirtschaft in diesen Ländern leisten. Die Projektpartner aus den Industrieländern sichern die Finanzierung des Projektes und können im Gegenzug die erzielten Emissionsminderungen im Rahmen des EU-Emissionshandels im eigenen Land nutzen.

Fast 60 Prozent aller gegenwärtig registrierten CDM-Projekte fördern derzeit den Einsatz erneuerbarer Energiequellen in Entwicklungsländern. Auffällig ist allerdings, dass der Anteil der erzielten Minderung an Treibhausgasemissionen relativ gering ausfällt: Die Emissionseinsparungen der erneuerbaren Energien machen nur 22 Prozent der Emissionseinsparungen aller registrierten CDM-Projekte aus. Der Grund: Projekte mit erneuerbaren Energien sind häufig klein im Vergleich zu anderen CDM-Projekten - beispielsweise Projekten zur energetischen Nutzung des Treibhausgases Methan aus Deponien. Und: Projekte mit erneuerbaren Energien mindern in der Regel nur den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid und nicht anderer, wirksamerer Treibhausgase - etwa Methan.

Soll der Clean Development Mechanism seine Rolle als zusätzliche Finanzierungsquelle für erneuerbare Energien in Entwicklungsländern erfüllen, müssen die Regierungen die nationalen und lokalen Rahmenbedingungen anpassen. Dazu gehören klare Zielsetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Abbau der Subventionen für fossile Energieträger. Darüber hinaus bedarf es gezielter Förderung - etwa mit Einspeisevergütungen oder Steuervergünstigungen - sowie eines freien Netz- und Marktzugangs erneuerbarer Energien.

Das Bundesumweltministerium wird seine Zusammenarbeit mit den CDM-Gastländern weiter ausbauen. Dies ist wesentlicher Bestandteil der CDM/JI-Initiative, die nach einer Pilotphase im kommenden Jahr mit einem breit angelegten Maßnahmenbündel verstärkt werden soll. Ziel der Initiative ist es nicht nur, eine stärkere Beteiligung deutscher Unternehmen auf den internationalen Kohlenstoffmärkten zu erreichen, sondern auch zur Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls nach 2012 unter Einbindung der Schwellen- und Entwicklungsländer beizutragen. Hierzu gehört die Entwicklung von Netzwerken in den Gastländern, um deutschen Unternehmen den Zugang zu Investitionsmöglichkeiten zu erleichtern, zugleich aber auch Kapazitäten in den Gastländern zu schaffen.

Die Studie "Promoting Renewable Energy Technologies in Developing Countries through the Clean Development Mechanism" finden Sie im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3339

Die Broschüre "Renewable Energy and the Clean Development Mechanism. Potential, Barriers and Ways Forward A Guide for Policy-Makers" ist verfügbar unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3340

Martin Ittershagen | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3339
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3340

Weitere Berichte zu: CLEAN Development Entwicklungsland Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie