Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schönheitsempfinden biologisch gesteuert

07.12.2007
Aussehen liefert Signal für gemeinsamen Nachwuchs

Mit den biologischen Wurzeln der Schönheit und ihrer Bedeutung für die menschliche Partnerwahl befasst sich eine Emmy-Noether-Forschergruppe, die Anfang 2008 ihre Arbeit am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen aufnimmt. Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei das evolutionspsychologische Verständnis des statischen und dynamischen körperlichen Erscheinungsbildes des Menschen.

Das Forscherteam, dem auch Wissenschaftler aus Österreich und Großbritannien angehören, untersucht die Signalwirkung von Gesichtern und Körpern sowie Körperbewegungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Wissenschaftsgruppe "Evolutionary Psychology of Human Physical Appearance and Body Movement" über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 840.000 Euro. Für ihre Untersuchungen nutzen die Experten unter anderem die dreidimensionale digitale Bewegungserfassung und -analyse.

Die Evolutionspsychologie hat in den vergangenen Jahren umfangreich zum Verständnis der Bedeutung des menschlichen Erscheinungsbildes beigetragen. Einig sind sich die Experten darüber, dass die Variation körperlicher Merkmale durch Mechanismen der sexuellen Selektion beeinflusst wird. "Das Schönheitsempfinden erwächst demnach aus allgemeinen, kulturübergreifenden Grundschemen, die wesentliche biologische Ursachen haben", so Studienleiter Bernhard Fink. Die Kriterien für Attraktivität und Schönheit entstanden in der Evolution im Kontext der Partnerwahl. Das Aussehen lieferte demnach ein schnelles Signal, ob sich der andere als Partner für gemeinsame Kinder eignete.

Evolutionspsychologische Studien zeigen, dass die menschlichen Partnerwahlentscheidungen auch heute noch maßgeblich von körperlichen Signalen beeinflusst werden und biologischen Gesetzmäßigkeiten folgen, die in der Evolution von Vorteil waren, meint Fink. "Das wissenschaftliche Verständnis der menschlichen Obsession mit dem körperlichen Erscheinungsbild hat damit eine über die biologische Grundlagenforschung hinausgehende Bedeutung auch für medizinische, psychologische und soziologische Disziplinen", erklärt der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Erscheinungsbild Evolution Partnerwahl Schönheitsempfinden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie