Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfall-Gesellschaft: TIA als Schlaganfallvorbote oft unerkannt

15.10.2007
TIA als Vorbote des Schlaganfalls oft unerkannt:
Zu viele Patienten verzichten aus Unwissen auf ärztliche Hilfe

Viele Menschen gehen nicht zum Arzt, wenn sie eine transitorische ischämische Attacke (TIA), also eine vorübergehende Minderdurchblutung im Gehirn erleiden. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen US-Studie hin. Auch in Deutschland erkennen Betroffene häufig nicht deren Symptome.

Eine TIA erhöht das Risiko für einen Schlaganfall: Große epidemiologischen Studien haben gezeigt, dass acht bis 15 Prozent aller Menschen, die eine TIA erlitten haben, innerhalb der nächsten drei Monate auch einen Schlaganfall erleiden. Die Hälfte dieser Schlaganfälle tritt innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Ereignis auf. Wird eine TIA rechtzeitig also solche erkannt, können Fachärzte Schlaganfälle verhindern und bleibenden Schäden vorbeugen.

Die amerikanische REGARDS-Studie (Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke) untersucht, warum der Schlaganfall in den Südstaaten besonders häufig auftritt. Ein Grund ist, dass etwa die Hälfte aller Patienten, die schon einmal Schlaganfallsymptome hatten, danach nicht zum Arzt gingen. "Nicht alle transitorischen ischämischen Attacken (TIA) führen zu ausgedehnten Lähmungen einer gesamten Körperhälfte und anderen schwerwiegenden neurologischen Ausfällen. In den meisten Fällen sind die Symptome noch in weniger als einer Stunde wieder verschwunden", sagt Professor Dr. med. Martin Grond, Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen und 1. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Die Zeichen einer TIA können sehr vielfältig sein: Plötzlich auftretende Symptome, die auf eine Minderdurchblutung hindeuten können, sind neben halbseitigen Lähmungen der Gliedmaßen auch plötzliche Sehstörungen, Sprachstörungen oder ein herabhängender Mundwinkel.

"Die amerikanische Studie zeigt, dass das Wissen um die Schlaganfallsymptome in der Bevölkerung zu gering ist", sagt Grond. Auch in Deutschland sei das nicht anders. Das zeigen die Erfahrungen der Ärzte in Klinik und Praxis. "Schlaganfall-Prävention und -Aufklärung muss so früh wie möglich beginnen. Denn die Folgen eines Schlaganfalls sind zu schwerwiegend, um sie auf die leichte Schulter zu nehmen", warnt Grond.

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Berichte zu: Lähmung Lähmungen Schlaganfall Schlaganfall-Gesellschaft TIA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik