Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parkinson-Risiko steigt mit Eierstockentfernung

31.08.2007
US-Forscher präsentieren Studie von rund 3.000 Frauen

Ein Wissenschaftsteam der Mayo-Klinik in Rochester hat festgestellt, dass Frauen, die vor der Menopause ihre Eierstöcke entfernt hatten, wesentlich häufiger an Parkinson oder Demenz erkrankten. Die Wissenschaftler um Walter Rocca schließen daraus, dass das Hormon Östrogen das Gehirn schützt, berichten sie im Fachmagazin Neurology.

Das Forscherteam hatte rund 3.000 Frauen, denen zwischen 1950 und 1987 die Eierstöcke operativ entfernt wurden, auf ihre Gedächtnisleistungen hin untersucht. Dabei wurden Interviews und neurologische Untersuchungen durchgeführt, um eventuelle Hinweise auf Parkinson oder Demenz zu entdecken.

Anschließend wurden die Daten dann mit jenen einer gleichaltrigen Testgruppe verglichen, denen die Eierstöcke nicht entfernt worden waren. Dabei zeigte sich sowohl ein erhöhtes Risiko für eine Demenz als auch für Parkinson bei den operierten Frauen. Offensichtlich war auch, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit anstieg, je jünger die Frauen bei der Entfernung der Eierstöcke waren.

Selbst bei der Entfernung nur eines Eierstocks stieg das Erkrankungsrisiko an. Die Forscher glauben, dass dies damit zu tun habe, dass zwar der verbliebene Eierstock immer noch Östrogene erzeugen kann, aber durch die Entfernung der Gebärmutter nicht mehr richtig durchblutet wird und dadurch nicht mehr ausreichend Hormone herstellen kann. Das Erkrankungsrisiko sank bei jenen Frauen, die nach einer Operation bis zum 50. Lebensjahr Östrogene einnahmen.

In vorhergehenden Studien konnten Forscher allerdings feststellen, dass eine Östrogengabe nach den Wechseljahren einen schädlichen Einfluss auf das Gehirn haben kann. Daher gibt es die Vermutung, dass Östrogene nicht immer, sondern nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem natürlicherweise die Wechseljahre einsetzen, das Gehirn schützen.

"Die Wirkung des Östrogens auf das Wohlbefinden ist uns bekannt", erklärt der Mediziner und Klinische Psychologe Alexander H. Gaischin http://www.gaischin.at gegenüber pressetext. "Das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels während der Menopause hat Auswirkungen auf das psychogenetische System", so der Mediziner. Patientinnen würden daraufhin an depressionsähnlichen Symptomen leiden.

"Leider geschieht es sehr oft, dass diese Patientinnen zu Psychiatern gehen, anstatt einen Gynäkologen aufzusuchen, der eine Messung des Hormonspiegels vornimmt", so Gaischin. Es gebe sehr gute Medikamente, die einen normalen Hormonspiegel wiederherstellen und damit die psychische Belastung wegnehmen können. Der Mediziner könne sich sehr gut vorstellen, dass Östrogene vor der Menopause Demenz und Parkinson vorbeugen. "Es ist sehr interessant, dass eine zusätzliche Aufgabe des Östrogens der Schutz des Gehirn ist", so der Mediziner abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mayo.edu
http://www.neurology.org

Weitere Berichte zu: Demenz Eierstock Menopause Parkinson Östrogen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics