Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Made in Europe: Aussichten für den Wirtschaftsstandort Europa

12.07.2007
Deloitte-Studie zeigt: Europas Industrie optimistisch/deutsche Unternehmen erwarten auch künftig hohen Marktanteil/einheitliche EU-Rahmengesetzgebung gefordert

Deutsche Unternehmer sehen optimistisch in die Zukunft. Die Exportweltmeister zeigen sich sogar zuversichtlicher als die europäischen Nachbarn. Aber die langfristige wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum wird skeptischer als im europäischen Durchschnitt gesehen. Das zeigt die Deloitte-Umfrage "Made in Europe" zur Zukunft des Wirtschafts- und Produktionsstandortes Europa.

Diese ergab zudem, dass sich die überwiegende Mehrheit der 200 befragten europäischen Unternehmen eine intensivere Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungsinstituten wünscht - und einen erheblichen Teil des avisierten Wachstums in den nächsten Jahren außerhalb des "alten Kontinents" realisieren will. Gleichzeitig gaben zwei Drittel der Befragten an, auch künftig in ihren Herkunftsländern produzieren und investieren zu wollen.

Was bedeutet "Made in Europe" vor dem Hintergrund globalisierter Märkte? Diese Frage steht im Mittelpunkt der europaweiten Umfrage von Deloitte, im Rahmen derer Unternehmen aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Spanien und der Türkei zu ihren Zukunftserwartungen befragt wurden. "Nur mit einer europaweiten Zusammenarbeit von Unternehmen und Regierungen sowie dem Wegfall nationaler Barrieren kann Europa neben Konkurrenten wie USA und China bestehen. Hier ist nicht zuletzt die EU als Impulsgeber gefragt", fasst Dr. Hans-Rudolf Röhm, Industry Leader Fertigung bei Deloitte, zusammen.

Glaube an Wettbewerbsfähigkeit - Wachstum vor allem im Ausland Insgesamt zeigten sich die befragten Unternehmer zufrieden mit der derzeitigen wirtschaftlichen Lage. Mehr als 70 Prozent erwarten sogar einen länger anhaltenden Aufschwung. In Deutschland, aber auch in Belgien und Spanien ist die Zahl der Optimisten kleiner: So glauben 35 Prozent der deutschen Unternehmer, die aktuelle Entwicklung sei nicht von langer Dauer. Etwas anders stellt sich die Situation in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit Europas dar: Hier sind es ganze 55 Prozent der deutschen Teilnehmer, die sich in fünf Jahren weiterhin optimal wettbewerbsfähig sehen. Der europäische Durchschnitt liegt hier bei 35 Prozent.

Europa als Produktions-, Forschungs- und Entwicklungsstandort wird sich auch in den nächsten Jahren kaum verändern. Schätzungen zufolge werden die Produktionskapazitäten europäischer Hersteller innerhalb Europas in den nächsten fünf Jahren um etwa 8 Prozent wachsen, im außer-europäischen Raum hingegen um 50 Prozent. "Die Investitionen folgen den Märkten", resümiert Dr. Röhm. Denn 58 Prozent aller Befragten haben nicht die Absicht, Kapazitäten ins Ausland zu verlagern - 17 Prozent aller Befragten und sogar 35 Prozent der Franzosen haben frühere Verlagerungen überdies rückgängig gemacht.

Dennoch sind 70 Prozent aller Befragten allgemein der Ansicht, künftig würden neben Produktionskapazitäten wohl auch verstärkt F&E-Kapazitäten nach China und Osteuropa verlagert. Neben der Verlagerung von Produktions- und F&E-Kapazitäten ist auch das Outsourcing ein dauerhaft aktuelles Thema für Unternehmen. Mehr als 25 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen kurz- und mittelfristig wichtige Unternehmensbereiche ausgliedern. An der Spitze steht hier Deutschland: 32 Prozent der deutschen Firmen planen verstärkt Outsourcing.

EU: Barrieren abbauen, Rahmenbedingungen harmonisieren Was erwarten europäische Unternehmer von ihren nationalen Regierungen und der Europäischen Kommission? Ganz oben auf der Wunschliste steht hier die intensivierte Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen (35 Prozent). In diesem Zusammenhang sollte die EU auch die Rahmenbedingungen für eine bessere Angleichung von Lehrinhalten an die Bedürfnisse der Unternehmen schaffen. Weiterhin spielt die Beseitigung nationaler, wettbewerbsverzerrender Barrieren eine zentrale Rolle.

Protektionistische Maßnahmen auf nationaler Ebene sind demnach für eine Mehrheit der befragten europäischen Unternehmer (mit Ausnahme von Spanien) kein Wunsch - genauso wenig wie staatliche Subventionen.

Im Gegenteil: Mehr als 60 Prozent wünschen sich eine auf EU-Ebene angeglichene Wirtschaftspolitik.

"Wie die Befragung ganz deutlich zeigt, denken die Unternehmen heute mehrheitlich pan-europäisch oder global: Statt in staatlich geschützten, nationalen Reservaten zu agieren, wollen sie sich unter gleichen Voraussetzungen dem grenzübergreifenden Wettbewerb stellen. Dabei vertrauen sie auf ihre eigene Leistungs- und Innovationsfähigkeit, um auch gegen die neuen Wettbewerber aus dem Osten bestehen zu können", resümiert Dr. Hans-Rudolf Röhm.

Die komplette Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/dtt/ research/0,1015,sid%253D6264%2526cid%253D164140,00.html zum Download.

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit 3.400 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit 100 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit rund 150.000 Mitarbeitern in nahezu 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright © 2007 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Berichte zu: Barriere Mitgliedsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie