Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäer und Amerikaner wünschen sich mehr transatlantische Kooperation

25.04.2007
Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung

Eine breite Mehrheit der US-Amerikaner und Europäer ist für eine engere transatlantische Zusammenarbeit. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Mei­nungsumfrage, die die Bertelsmann Stiftung im Vorfeld des US-EU-Gipfels am kommenden Mon­tag durchgeführt hat. Als wichtigste Themen nennen die Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks übereinstimmend den Klimaschutz, die Verhinderung der weiteren Verbreitung von Atomwaffen, die Sicherung der Energieversorgung und die internationale Förderung von Demokratie.

Unter den befragten Europäern scheinen die Deutschen die transatlantischen Spannungen in Folge des Irakkrieges am besten überwunden zu haben. Sie zeigen sich besonders aufgeschlos­sen für eine intensivere Kooperation mit den USA. Mehr Zusammenarbeit beim Klimaschutz unter­stützen etwa 90 Prozent der Deutschen. 84 bzw. 80 Prozent sprechen sich auch für eine stärkere Abstimmung bei der internationalen Förderung von Demokratie sowie der Sicherung der Energie­versorgung aus. Die Aufgabe, die Verbreitung von Nuklearwaffen in Staaten wie Iran gemeinsam zu verhindern oder den Nahen Osten zu befrieden, findet ebenfalls breite Zustimmung.

Auf dem europäischen Kontinent offenbaren sich aber Unterschiede in der Bereitschaft, mit den USA zu kooperieren. Deutlich äußern diesen Wunsch neben den Deutschen etwa Finnen und Spanier. Andere westeuropäische Verbündete der USA zeigen sich zurückhaltender - darunter Österreich, Italien und insbesondere Frankreich. Auch in osteuropäischen Ländern wie Polen, Un­garn oder Bulgarien ist der Enthusiasmus zur Zusammenarbeit deutlich geringer ausgeprägt. Die Amerikaner wiederum lassen in ihren Antworten große Bereitschaft zum Dialog mit Europa erken­nen. Jeweils rund 80 Prozent der Befragten plädieren für mehr Abstimmung beim Klimaschutz, bei der Kontrolle potenzieller Nuklearstaaten wie Iran oder bei der Sicherung der Energieversorgung.

Für die Europäer steht der Klimaschutz ganz oben auf der Agenda, während für die Amerikaner die Energieversorgung und die Nuklearfrage (Iran) am wichtigsten sind. Auch in den USA ist die Sensibilität für den Klimaschutz jedoch deutlich gestiegen, das Thema rangiert mit 78 Prozent be­reits an dritter Stelle. 66 Prozent der Europäer und 75 Prozent der US-Bürger sprechen sich für mehr Kooperation bei der Stabilisierung des Nahen Ostens aus. Den gemeinsamen Abbau von Handelsschranken wünscht sich ebenfalls eine Mehrheit auf beiden Seiten des Atlantiks. Generell gegen engere Zusammenarbeit von Europäern und Amerikanern plädiert nur eine verschwindend kleine Zahl der Befragten. In Europa sind dies vier Prozent, in den USA gar nur ein Prozent.

Für Dr. Gregor Peter Schmitz, Leiter des Brüsseler Projektbüros der Bertelsmann Stiftung, spiegelt sich in den Umfrageergebnissen die Bereitschaft wider, die transatlantischen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen: "Die zweifelnden Reflektionen zum Stand der Beziehungen nach dem Zerwürfnis über den Irakkrieg sind einer pragmatischen Annäherung gewichen. Europäer und Amerikaner sehen das Verhältnis als weniger selbstverständlich an und formulieren eher konkrete Wünsche für mehr Zusammenarbeit." Bei den Amerikanern steige das Interesse an einer Zusammenarbeit wieder, so Schmitz. Dies sei auch zu erklären durch die in Washington gewachsene Einsicht der Grenzen militärischer Mittel und der Erosion der amerikanischen "soft power". "Die Aufgeschlossenheit, in einen Dialog mit den Europäern einzutreten", analysiert Schmitz, "ist be­sonders groß bei Themen, zu denen die US-Gesellschaft derzeit selbst nach einer Strategie ringt."

Die Ergebnisse der Umfrage, die TNS EMNID im Auftrag der Bertelsmann Stiftung im März unter 12.000 Bürgern in den USA und elf europäischen Ländern durchgeführt hat, dienen auch als Dis­kussionsgrundlage für das "Brussels Forum". Dieses hochkarätige besetzte transatlantische Strategieforum veranstaltet die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem German Marshall Fund, DaimlerChrysler und weiteren Partnern am kommenden Wochenende in Brüssel. Hier werden unter anderem die Themen diskutiert, die auf der Agenda des EU-US-Gipfels am darauf folgenden Montag mit EU-Ratspräsidentin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und US-Präsident George W. Bush in Washington stehen werden.

Rückfragen an: Dr. Gregor Peter Schmitz, Director Brussels Transatlantic Office, Bertelsmann Stiftung, Telefon: 00 32 / 2 / 280 28 30; E-Mail: gregor.peter.schmitz@bertelsmann.de

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Energieversorgung Irakkrieg Klimaschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie