Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen in China übernehmen gesellschaftliche Verantwortung

20.04.2007
Umfrageergebnisse der Hochschule Bremen und der Deutschen Handelskammer in China zeigen: Deutsche Unternehmen in China übernehmen gesellschaftliche Verantwortung

Die "Gesellschaftliche Verantwortung" deutscher Unternehmen in China steht im Fokus einer aktuellen Studie der Hochschule Bremen. Ihre Untersuchungsergebnisse stellte die Forschungsgruppe aus dem Studiengang Wirtschaftssinologie - neben der Projektleiterin, der Professorin für Wirtschaft und Gesellschaft Chinas Monika Schädler, Dr. Renate Krieg und Tatjana Erlewein - jüngst in mehreren Städten Chinas vor. Die Deutsche Handelskammer in Beijing, in Shanghai und Guangzhou, die Deutschen Konsulate in Chengdu und Guangzhou sowie die Partner-Universitäten der Hochschule in Sichuan, Beijing, Shanghai und Hongkong boten den Rahmen für Präsentationen.

Die Studie zeigt, welch große Bedeutung deutsche Unternehmen in China dem Thema "gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" beimessen, das hierzulande inzwischen auch unter dem Schlagwort "Corporate Social Responsibility (CSR)" geläufig ist. Die Untersuchung umfasste sowohl die interne soziale und auf Umwelt bezogene Verantwortung als auch das externe soziale, Umwelt- und kulturelle Engagement der Unternehmen. Die Basis der Studie bildete neben ca. 40 Unternehmensinterviews der Forscherinnen (Frühjahr 2006) eine gemeinsam mit der Deutschen Handelskammer in China durchgeführte Unternehmensbefragung (Herbst 2006). Dabei sollten die Unternehmen ihre CSR-Aktivitäten darstellen, den Nutzen daraus beurteilen und Einschätzungen zu Erfolgen und Hindernissen in der Unternehmensentwicklung geben.

Es fällt auf, dass deutsche Unternehmen ihren Mitarbeitern ein vergleichsweise hohes Maß an freiwilligen sozialen Leistungen anbieten, wie z.B. internes und externes Training und Weiterbildung, die Bezahlung von Arbeitnehmeranteilen der gesetzlichen sozialen Grundversicherung, zusätzliche Versicherungen oder zusätzliche Urlaubstage. Diese CSR-Aktivitäten helfen den Unternehmen, qualifiziertes Personal zu halten (Abbildung 1). Dies ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen essentiell. Denn das Phänomen des "Jobhopping" vornehmlich von qualifizierten Fachkräften ist in China weit verbreitet und wird nicht selten als das "Problem Nummer 1" beim China-Engagement bezeichnet.

... mehr zu:
»FOKUS »Handelskammer

Drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, dass sie im Geschäftsprozess die Ressourceneffizienz kontrollieren, und mehr als die Hälfte der produzierenden Unternehmen befolgt Standards im Umweltmanagement bzw. produziert umweltfreundliche Produkte. Die Einhaltung deutscher Umweltstandards sei möglich und kein unzumutbares Verlangen.

61% der Unternehmen engagierten sich extern in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kunst und Sport. Sie spenden bei Naturkatastrophen, unterstützen Kinderhilfsprojekte und den Umweltschutz. Anderes als bislang in Deutschland liegt ein klarer Fokus auf Bildung. Laut Untersuchung gehört es zur Unternehmensphilosophie der deutschen Firmen, sich gesellschaftlich zu engagieren. Nicht wenige verwiesen auf eine entsprechende Tradition der heimischen Zentrale. Externes Engagement trägt zur Reputation der Unternehmen bei und wirkt auch motivierend auf die Belegschaft.

Deutsche Unternehmen profitieren natürlich von den Wettbewerbsvorteilen, die China bietet. Doch - so betonten Unternehmensvertreter - sei auch eine Integration in die lokale Gesellschaft und eine Kooperation mit beidseitigem Nutzen gewünscht.

Die Forschungsergebnisse jetzt auch in Veranstaltungen des Studiengangs Angewandte Wirtschaftssprachen & Unternehmensführung/ China ein. Dieser war 1988 bundesweit als erstes Kombinationsstudium aus BWL und Sinologie an der Bremer Fachhochschule gegründet worden. So freuten sich die Forscherinnen besonders, bei ihren Interviews und Präsentationen in China mit zahlreichen Absolventen des Studiengangs zusammenzutreffen, die inzwischen gemeinsam mit den dortigen Praktikanten ein lebendiges Bremer Netzwerk in China bilden.

Hinweise für Redaktionen:
Auf Wunsch sendet die Pressestelle digitale Fotos vom Besuch der Hochschul-Delegation in China zu.

Für Rückfragen steht Ihnen gern zur Verfügung: Prof. Dr. Monika Schädler, FB Wirtschaft der Hochschule Bremen, Werderstraße 73, 0421-5905-4123, monika.schaedler@hs-bremen.de

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.fbw.hs-bremen.de/aws

Weitere Berichte zu: FOKUS Handelskammer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie