Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erektionsstörungen nach Prostatakrebs-Operationen

05.04.2007
Nach einer radikalen Entfernung der Prostata klagen bis zu 50 Prozent aller Männer über dauerhafte Erektionsstörungen, selbst wenn beim Eingriff die Nerven geschont wurden.

Medikamente wie Sildenafil (Viagra) oder Prostaglandin E1 (Caverject) können den Betroffenen helfen. Eine Gemeinschaftsstudie will nun klären, welche Arznei besser wirkt. Auch das Universitätsklinikum Bonn ist beteiligt.

Auch eine Erektion ist letztlich Frage des Trainings. Nach einer Prostata-Operation hat man aber meist in den ersten Wochen andere Probleme. "Die lange Pause kann dazu führen, dass sich der Penis nicht mehr ausreichend versteift", erläutert Professor Dr. Stefan C. Müller, Urologe an der Universität Bonn. "Wenn Sie Ihren Arm brechen, ist er auch nicht sofort voll einsatzfähig, sobald der Gips abkommt."

Schlafft beim Armbruch die Muskulatur ab, ist es nach einer Prostata-Operation bei jedem zweiten Mann genau andersherum: Die glatte Muskulatur im Schwellkörper entspannt sich nicht mehr ausreichend. Dadurch können die Penisarterien nicht mehr genügend Blut in die Schwellkörper pumpen: Der Penis bleibt schlaff.

Bei sexueller Erregung sorgen normalerweise bestimmte Botenstoffe dafür, dass die Schwellkörpermuskeln erschlaffen: Der Penis füllt sich mit Blut und richtet sich auf. Bei Erektionsproblemen ist dieser Signalweg gestört. Medikamente wie Sildenafil oder Caverject wirken gewissermaßen als Signalverstärker. Außerdem scheinen sie zu verhindern, dass der Erektions-Mechanismus dauerhaft "Rost ansetzt".

Härtetest für Viagra & Co.

In ihrer Vergleichsstudie unterziehen die Urologen aus Bonn beide Wirkstoffe im wahrsten Sinne des Wortes dem "Härtetest". Die Probanden erhalten mehrmals wöchentlich entweder Sildenafil oder Caverject. Die Behandlung beginnt schon wenige Tage nach der Prostata-Operation und erstreckt sich über 36 Wochen. Während der Studie und am Ende erfassen die Mediziner die Erektionsfähigkeit ihrer Patienten per Fragebogen. Professor Müller: "Wir erhoffen uns so wichtige Erkenntnisse für eine bessere Rehabilitation von Prostata-Patienten."

Kontakt:
Professor Dr. Dr. h.c. Stefan C. Müller
Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14107
E-Mail: stefan.mueller@ukb.uni-bonn.de

Frank Luerweg, | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Erektionsstörung Penis Prostata-Operation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive