Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs: Magnetresonanz-Tomographie zuverlässiger als Mammographie

29.03.2007
Mediziner fordern standardmäßigen Einsatz von MR-Untersuchungen

Werden Brustkrebs-Patientinnen auf Tumore in der anderen Brust untersucht, liefert die Magnetresonanz-Tomographie zuverlässigere Ergebnisse als die in der medizinischen Praxis bislang angewandte Mammographie und der Ultraschall. Das ist das Ergebnis einer Studie deutscher und amerikanischer Forscher, die in der aktuellen Ausgabe des "New England Journal of Medicine" erschienen ist. "Die Ergebnisse belegen, dass die MRT das sicherste Verfahren ist, um Brustkrebs zu identifizieren", sagt Co-Autorin Christiane Kuhl von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Gespräch mit pressetext. "Sie sollte deshalb so früh wie möglich zum Standard in der medizinischen Betreuung werden." Bislang werde sie jedoch aus Kostengründen nicht regelmäßig angeboten.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler knapp 1.000 Frauen, bei denen zuvor ein Tumor in einer Brust diagnostiziert worden war. Mit der Magnetresonanz-Tomografie identifizierten sie 30 weitere Tumoren in der zweiten Brust, die zuvor mit Mammographie und Ultraschall nicht entdeckt worden waren. Die Trefferquote habe bei über 90 Prozent gelegen. "Bislang war bekannt, dass eine MRT vor einer Brustkrebsoperation essentiell ist, um die tatsächliche Ausdehnung des Tumors exakt darzustellen", sagt Kuhl. "Nun wissen wir, dass sie auch für die Entdeckung weiterer Tumoren in der zweiten Brust wichtig ist." Generell sei bei Brustkrebs-Erkrankungen die Gefahr weiterer Tumoren - auch in der vermeintlich gesunden Brust - groß.

"Deshalb sollte die MRT zumindest bei den Risikogruppen zum medizinischen Standard werden," sagt Kuhl. Dazu zählen neben Patientinnen, bei denen ein Brustkrebs identifiziert wurde, auch Frauen mit Brustkrebsfällen in der Familie. Die Wahrscheinlichkeit, bei negativem MRT-Befund tatsächlich krebsfrei zu sein, betrage 99,6 Prozent. "Eine vorsorgliche Amputation der zweiten Brust, wie sie manche Patientinnen wünschen, wird deshalb unnötig", sagt Kuhl. Eine solche zuverlässige Diagnose setze allerdings eine ausreichende Erfahrung der Radiologen voraus. "Da die Krankenkassen die MRT allerdings nur in den seltensten Fällen erstatten, wird sie eher selten angewandt", sagt Kuhl. Die Folge: "Bei ihrer Diagnose fühlen sich die Radiologen deshalb unsicher und schlagen deshalb in manchen Fällen falschen Alarm. Die Krankenkassen werten dies wiederum als Indiz für die Unzuverlässigkeit der MRT." Die nun vorgestellten Ergebnisse lieferten allerdings einen eindeutigen Beleg für die Zuverlässigkeit der MRT. "Es wäre fahrlässig, weiterhin auf die MRT zu verzichten," so Kuhl.

Christoph Marty | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://content.nejm.org/
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Brustkrebs MRT Magnetresonanz-Tomographie Mammographie Ultraschall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie