Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaue Logistik als Wachstumsmarkt

28.03.2007
Potenzial für Innovationen noch nicht ausgeschöpft

Der Logistiksektor ist nach Ansicht von Politikern, Zukunftsforschern und Wirtschaftsberatern eine der wichtigsten Zukunftsbranchen. Allein in Deutschland beschäftigen Logistikunternehmen bald drei Mio. Menschen, der rasant wachsende Schiffsverkehr und eine ständige Umorientierung von Warenströmen tragen ihren Teil zum weiteren Wachstum bei. Das beschreiben die Autoren der Studie "Branchen von morgen - Wie sich die wichtigsten Industrien neu erfinden" der Unternehmensberatung McKinsey. EU-weit schätzen Experten die jährlichen Logistikausgaben derzeit auf rund 800 Mrd. Euro.

In seinem Buch "Wie wir leben werden - Unsere Zukunft beginnt jetzt" schildert Zukunftsforscher Matthias Horx, was Logistik leisten muss: "Die menschenleere Fabrik benötigt nicht nur Putzfrauen, die sie in der Nacht reinigen, oder mehr Sicherheitsdienste. Sie verlangt nach einer ausgefuchsten Logistik: Techniker, Prozessingenieure, Software-Leute und Service-Proivider. Die Zulieferersysteme, just in time, müssen von schlauesten Logistikern im ganzen Lande betrieben werden, die für ihre Lieferkaskaden ständig neue Leistungen nachfragen."

Logistik umfasst heute viel mehr als bloße Zustelldienste. "Das Potenzial für Innovationen in der Logistik gilt als längst noch nicht ausgereizt", prophezeit die Zeitschrift Technology Review http://www.heise.de/tr . Vor allem durch die Weiterentwicklung der Informationstechnik lasse sich noch vieles verbessern, beispielsweise durch den Einsatz der so genannten RFID-Technologie. Die Radio Frequency Identification Devices sind Chips, deren Daten ohne Anbindung an einen Computer ausgelesen werden können. Sie könnten beispielsweise als Container-Etikett Verwendung finden. Ein Blick in den Hamburger Hafen zeigt den Wandel im Logistiksektor. Hier ist der modernste Container-Terminal der Welt entstanden. Dachte man beim Begriff Logistik vor 30 Jahren noch an die technisch-physischen Abläufe in einem Unternehmen, sprechen wir heute von ganzheitlichen, prozess- und kundenorientierten Managementkonzepten und Führungsinstrumenten. Deren Organisation wird nicht selten ganz oder teilweise ausgelagert und von Dienstleistern erbracht.

In Anbetracht von immer komplexer werdenden Wertschöpfungsketten sei dies für manchen Anbieter sogar ein Muss, findet Thomas Gläßer im Gespräch mit pressetext. Er ist Geschäftsführer der Telefactory GmbH, eines Tochterunternehmens der acoreus AG, mit Sitz in Münster. "Auch für die Logistikbranche gilt, dass Partnermodelle den Klassenerhalt sichern. Die 'verteilte Wertschöpfung' wird auch dort zunehmend zum differenzierenden Merkmal - nicht nur unter Kostengesichtspunkten, sondern auch mit Blick auf Angebotsvielfalt und Reaktionsfähigkeit. Dabei verlangen die komplexen Geschäftsbeziehungen zwischen vielen, oft ganz unterschiedlichen Partnern nach professioneller Unterstützung, sowohl für den Datenverkehr wie für die Finanzströme. So bleiben den Logistikern die Hände für ihr eigentliches Geschäft frei", erklärt Gläßer. Die TeleFactory hat sich unter anderem auf Customer Relationship Management, Rating- und Billing-Lösungen spezialisiert.

"Die Logistik sorgt als Querschnittsfunktion der Wirtschaftssektoren für eine Konvergenz bisher unverbundener Technologien zu anwendungsreifen und erprobten Produkten. Sie erfordert immer neue Technologien und IT-Lösungen für ihre spezifischen Anwendungen und wirkt damit als Innovationstreiber", bestätigt die Bundesvereinigung Logistik e.V. die heutige Rolle eines Logistkdienstleisters in einem politischen Thesenpapier. Zu den Gründungsmitgliedern der BVL zählt Professor Helmut Baumgarten, ehemals Leiter des Instituts für Technologie und Management der Technischen Universität Berlin http://www.tu-berlin.de , der größten Ausbildungsinstitution für den Bereich Logistik in Deutschland. "In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Logistik von einer technologieorientierten zu einer IT- und managementorientierten Disziplin entwickelt", sagt der Berliner Logistikwissenschaftler. Im Interview mit dem Uni-Magazin http://www.uni-magazin.de beschreibt er die Rolle des Logistikers im Unternehmen: "Neben den konventionellen Aufgaben der Logistik, der Gestaltung und Optimierung von Material- und Informationsflüssen, treten immer mehr zukunftsorientierte Managementthemen wie Prozessmanagement, Netzmanagement und insbesondere Supply Chain Management in den Vordergrund. Daher werden auch Kompetenzen in diesen Bereichen sowie Projekt- und Technologiemanagement immer wichtiger."

Rationalisierungseffekte infolge einer Prozessoptimierung beispielsweise im elektronischen Rechnungsmanagement und Datenclearing erwartet auch Thomas Gläßer. Er legt dabei Wert auf die gesamte Prozesskette: "Erst wenn alle Schritte vom Auftrag über die Rechnung bis zur Zahlungsverfolgung in einem System integriert sind, lassen sich echte Wettbewerbsvorteile durch erhöhte Flexibilität und größere Finanzstärke erreichen," sagt der Telefactory-Chef.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mckinsey.de
http://www.telefactory.de
http://www.bvl.de

Weitere Berichte zu: Logistik Logistiker Wachstumsmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften