Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rente mit 67 Jahren? Die Deutschen zahlen lieber mehr ein

19.03.2007
Am 9. März 2007 hat die deutsche Regierung das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöht, um so die Finanzierung der Rentenkassen zu sichern und den Beitragssatz stabil zu halten. Wie aber denkt die deutsche Bevölkerung darüber?

Die Daten des ALLBUS 2006 zeigen, dass die Deutschen das genau anders herum sehen: Sie würden lieber mehr einzahlen als später in Rente zu gehen.

Die kürzlich der Öffentlichkeit freigegebenen Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage (ALLBUS) 2006 zeigen, dass die Deutschen andere Präferenzen hinsichtlich der Lösung des Rentenproblems haben als die politische Führung. In dieser repräsentativen Bevölkerungsumfrage wurden die Befragten gebeten, zwischen den Alternativen "Erhöhung des Rentenalters", "Erhöhung der Rentenbeiträge" und "Kürzung der Renten" zu entscheiden.

Die Wahl der deutschen Bevölkerung ist eindeutig: Wenn sie entscheiden könnte, würde die Mehrheit (54 Prozent) die Erhöhung der Rentenbeiträge wählen. Erst weit abgeschlagen mit 29 Prozent steht für sie die Option "Erhöhung des Rentenalters" zur Diskussion. Die Kürzung der Renten hingegen ist nur für wenige Befragte eine akzeptable Lösung (17 Prozent).

In den verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt es kaum Unterschiede, was die Richtung der Präferenzen angeht, die Erhöhung der Rentenbeiträge ist für alle das geringste Übel. Nur in der Stärke gibt es ein paar Unterschiede. Am meisten unterscheiden sich hier Ost- und Westdeutschland. Während in den neuen Bundesländern die Erhöhung des Rentenalters noch stärker ins Abseits (18 Prozent) gerät zugunsten der Beitragserhöhung (63 Prozent), würden in den alten Bundesländern immerhin 31 Prozent eine längere Lebensarbeitszeit hinnehmen. Frauen, die ja im Durchschnitt auch weniger Rente zu erwarten haben, tendieren hingegen stärker für die Erhöhung der Rentenbeiträge (57 Prozent) und gegen eine Rentenreduzierung (15 Prozent). Ähnlich sieht es bei den Bildungsgruppen aus: Je niedriger die Bildung, um so stärker das Bedürfnis, die Rente über die Beitragserhöhung zu finanzieren.

Nun ist die schrittweise Erhöhung des Rentenalters eine beschlossene Sache. Wie sind nun die persönlichen Befindlichkeiten, bis zu welchem Alter wäre die deutsche Erwerbsbevölkerung (unter 65 Jahre) bereit zu arbeiten? Auch hier waren die Einstellungen klar und unmissverständlich: Auch auf freiwilliger Basis würde es zwei Drittel der deutschen Bevölkerung etwas ausmachen, wenn sie länger als 65 Jahre arbeiten müssten. Das restliche Drittel jedoch wäre bereit, auch darüber hinaus zu arbeiten und ca. ein Siebtel der unter 65-jährigen würden sogar über 67 Jahre hinaus arbeiten.

Dazu gehört die Altersgruppe der 51-55 Jährigen weniger, sie ist am wenigsten bereit, länger als bis 65 Jahre zu arbeiten (76 Prozent), da kommt ihr der aktuelle Beschluss der schrittweisen Erhöhung entgegen, ihre Angehörigen können mit 65 Jahren (und ein paar Monaten mehr) in den Ruhestand gehen. Hingegen würde die jüngste Altersgruppe (unter 30 Jahre) mit 40 Prozent und die kurz vor der Rente stehenden Gruppe (61-64 Jahre ) mit 36 Prozent sogar länger arbeiten.

Kontakt:
Dr. Evi Scholz (scholz@zuma-mannheim.de)
Kerstin Hollerbach (hollerbach@zuma-mannheim.de)

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://download.za.uni-koeln.de/index.php3
http://www.gesis.org/Datenservice/ALLBUS/index.htm
http://www.gesis.org/Dauerbeobachtung/Allbus/Aktuelles/Ank%FCndigung2006.htm

Weitere Berichte zu: Bevölkerungsumfrage Präferenz Rentenalter Rentenbeitrag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie