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Tuberkulose: Hoffnung auf wirksamere Medikamente

13.03.2007
Hilfe auch bei resistenten Bakterienstämmen

Medikamente gegen Pilzinfektionen könnten auch zur Behandlung von Tuberkulose eingesetzt werden. Wie ein britisches Forscherteam in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Biological Chemistry" http://www.jbc.org/ berichtet, ließen sich damit womöglich sogar multiresistente Bakterienstämme behandeln, welche gegen die beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente resistent sind. Weltweit sterben pro Jahr etwa 1,7 Mio. Menschen an Tuberkulose.

"Die Menge der Medikamente gegen Tuberkulose ist stark begrenzt", sagt Studienleiter Andrew Munro von der University of Manchester http://www.manchester.ac.uk/ . "Mittlerweile haben TB-Bakterienstämme Resistenzen gegen diese wenigen Wirkstoffe gebildet." Die Wissenschaftler forschten deshalb nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten - mit einem ersten Erfolg: "Als wir die DNA des Erregers im Detail untersuchten, bemerkten wir einige ungewöhnliche Eigenschaften", sagt Munro. So entdeckten die Forscher eine verstärkte Konzentration des Enzyms P450. "In der Regel besitzen Bakterien nur sehr wenige solcher Enzyme", sagt Munro. "Beim Tuberkulose-Bakterium entdeckten wir aber gleich 20 verschiedene Variationen." Bereits heute sind verschiedene Medikamente erhältlich, die diese Enzyme bei Infektionen - etwa der Kandidose - bekämpfen. "Wir konnten in Experimenten zeigen, dass solche Medikamente auch gegen das TB-Bakterium sehr wirksam sind", sagt Munro.

"Die Resistenz des Erregers ist die Folge einer unzureichenden medikamentösen Behandlung", sagt Elvira Richter vom Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien http://www.fz-borstel.de/de/mycoref/index.htm im Gespräch mit pressetext. "Bei Tuberkulose ist eine regelmäßige Behandlung mit mehreren Antibiotika über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich." In verschiedenen Regionen - etwa Russland oder Afrika - seien die Menschen dagegen nicht immer ausreichend therapiert worden. "Dann besteht die Gefahr, dass die Bakterien nicht vollständig eliminiert werden", sagt Richter. Im schlimmsten Fall entwickeln sie dann sogar Resistenzen gegen die verabreichten Medikamente. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 6.000 Menschen an Tuberkulose. Der Anteil multiresistenter Erreger stieg in den vergangenen Jahren an und lag 2004 bei etwa 2,5 Prozent.

Christoph Marty | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jbc.org
http://www.manchester.ac.uk/
http://www.fz-borstel.de/de/mycoref/index.htm

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