Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleinkinder mit Diabetes: Studie zeigt Vorteile von Insulinpumpen

02.03.2007
Kinder, die bereits im Vorschulalter an Diabetes erkranken, sollten mit Insulinpumpen versorgt werden. Dies fordert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer aktuellen Auswertung von Patientendaten. Sie ergab, dass Insulinpumpen bei Kindern die Blutzuckerkontrolle erleichtern und gleichzeitig das Risiko von lebensgefährlichen Unterzuckerungen senken.

Der Typ-1-Diabetes mellitus, bei dem der Körper zu wenig oder kein Insulin mehr produziert, beginnt meistens im Jugendalter. In seltenen Fällen erkranken die Kinder jedoch bereits im Vorschulalter. Der Insulinbedarf ist bei diesen kleinen Menschen noch gering, die Wirkung des Hormons aber oft besser als bei älteren Diabetikern. Das birgt die Gefahr von Überdosierungen und als direkte Folge eine Unterzuckerung, die so genannte Hypoglykämie. Eine aktuelle Auswertung von Dr. med. Bettina Heidtmann, Hamburg, und Kollegen zeigt, dass schwere Hypoglykämien bei den jüngsten Diabetikern deutlich häufiger vorkommen, wenn diese keine Insulinpumpe haben. Die Unterzuckerungen treten meistens nachts auf und können, wenn sie unbemerkt bleiben, Hirnschäden oder Entwicklungsstörungen der Kinder zur Folge haben.

Insulinpumpen sind bei Kleinkindern vorteilhaft, weil sie das Hormon über einen Katheter langsam und stetig an den Körper abgeben. Überdosierungen lassen sich dadurch oft vermeiden. Die verbesserte Sicherheit zeigt sich in einer Analyse der Datenbank Diabetes-Patienten-Verlaufsdaten (DPV), die Dr. Heidtmann durchgeführt hat. Die DPV erfasst die Daten von Diabetikern aus ganz Deutschland. Die Daten der Vorschuldiabetiker, die in Deutschland in aller Regel an Diabeteszentren behandelt werden, sind in dieser Datenbank fast vollständig erhalten. Sie erfasst etwa 92 Prozent aller bis 14jährigen Diabetes-Patienten.

Die DPV dokumentiert unter anderem Hypoglykämien. In dem Jahr vor dem Wechsel auf eine Insulinpumpe wurden bei 7,2 Prozent der Kinder schwerste Hypoglykämien registriert, in dem Jahr nach dem Wechsel sank die Rate auf 2,4 Prozent. Die verbesserte Sicherheit veränderte bei den Patienten nicht die Blutzuckerwerte, die weiterhin gut blieben.

Nach Ansicht der Experten ist deshalb schon ein Erkrankungsbeginn im Kleinkindalter Grund genug, sich für die Pumpe zu entscheiden. Nach den Daten der DPV haben heute bereits 24 Prozent der kleinen Patienten eine Insulinpumpe.

Quelle:
B. Heidtmann, D. Hilgard, T. Kapellen, A. Schumacher, R. Lepler, E. Schober, R. W. Holl: Die Insulinpumpentherapie bei kleinen Kindern bis zum 6. Lebensjahr: Vergleich der Stoffwechselparameter vor und 6 bzw. 12 Monate nach CSII-Beginn. Diabetologie 1/2007, 2. Jg: 33-37
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle DDG
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart,
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Berichte zu: DPV Diabetes Diabetiker Hypoglykämien Insulinpumpe Insulinpumpen Unterzuckerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE